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Aktion Adventslicht : Delfine sollen „Saschi“ therapieren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Aktion Adventslicht und der Verein „Zahnärzte und Patienten helfen Kindern in Not“: Therapie für schwerbehinderten Jungen Sascha Fahrenkrog (12)

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erstellt am 11.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Der kleine Sascha ist ein fröhliches Kind, aber er kann nicht sprechen. Mit seiner Familie verständigt sich der Zwölfjährige vor allem mit Gesten und Lauten. Denn Sascha ist schwer behindert, kann nicht allein gehen und nicht selbstständig sitzen. Seit zehn Jahren lebt er bei seiner Pflegefamilie Fahrenkrog an der Ehndorfer Straße. Er braucht viele Therapien, darunter auch einige, die die Krankenkasse nicht zahlt. Daher wurde die Aktionsgemeinschaft zur Förderung Behinderter und Benachteiligter auf den Jungen und sein schweres Schicksal aufmerksam und unterstützt ihn im Rahmen der Aktion Adventslicht. In diesem Fall wird es eine konzertierte Aktion: Der Verein „Patienten und Zahnärzte helfen Kindern in Not“ beteiligt sich ebenfalls.

Eilert Kruse, der Schatzmeister des Vereins, ist ebenfalls Mitglied in der Aktionsgemeinschaft – so kam eine erneute Kooperation zustande. „Wir haben bereits gemeinsam dem Frauenhaus Spielgeräte gespendet und einer Familie mit einem behinderten Kind zu einem behindertengerechten Auto verholfen“, sagt Ehrenfried Boege, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft.

Sascha lebt bei Andrea Fahrenkrog (55), ihrem Mann Dieter und ihren fünf Kindern. Dass Sascha das sechste Kind wurde, war damals eine Entscheidung der ganzen Familie. „Sascha ist ein liebenswertes Kind und unser Sonnenschein“, sagt Andrea Fahrenkrog. Die ganze Familie hat sich auf „Saschi“ eingestellt. Denn er braucht Betreuung rund um die Uhr: Der Junge leidet an einer Leukokomalazie (Schädigung der Hirnsubstanz) und Tetraspastik mit Zerebralparese, einer Krankheit, die durch Hirnschädigung in der Schwangerschaft oder in der frühkindlichen Phase verursacht wird. Folge sind eine psychomotorische Entwicklungsverzögerung, Spasmen und Muskelverspannungen.

Sascha erhält regelmäßig Physio- und Ergotherapie, geht zur Logopädie und Reittherapie. Er musste auch schon mehrere schwere Operationen überstehen: Im Oktober 2011 fand eine fünfstündige Bein-OP statt, nach der Sascha sechs Wochen in einer Gipsschale liegen musste, zuletzt gab es zwei Operationen, bei denen das rechte Bein gerichtet wurde und Sehnen an verschiedenen Stellen verlängert wurden. Sascha übersteht das alles sehr tapfer, sagt seine Pflegemutter. Doch jetzt gibt es erneut eine schwere Phase: Nach den Operationen hatte Sascha einen Wachstumsschub, durch den seine Füße an den Innenseiten einbrachen. Er kann nicht mehr stehen, außerdem haben die Spasmen zugenommen. Sascha ist in seinen Fortschritten um fünf Jahre zurückgeworfen, sagt Andrea Fahrenkrog.

Die Familie hat bisher sehr gute Erfahrungen mit einer Delfintherapie gemacht, die er bereits aufgrund vieler Spenden, unter anderem auch dem damaligen Arbeitgeber von Dieter Fahrenkrog, der Firma Oerlikon, 2013 machen konnte. Es gab kleine Erfolge, die für ihn große Fortschritte bedeuteten. 2014 wurde eine zweite Delfintherapie in der Türkei ermöglicht. Sascha hatte Körperkontakt zu den Tieren, schwamm mit ihnen im Wasser, machte deutliche Fortschritte: Er stand aufrecht, konnte mit seiner Mutter ein Brot bestreichen. Die Aktionsgemeinschaft und der Verein der Patienten und Zahnärzte wollen je zur Hälfte die Therapie ermöglichen, die etwa 4000 Euro kostet. Die Familie zahlt außerdem auch einen Eigenanteil.

Der Courier begleitet auch im 25. Jahr die Aktion Adventslicht. Wer helfen möchte: Ein Spendenkonto ist bei der Sparkasse Südholstein eingerichtet; IBAN: DE 23 2305 1030 0000 2828 20.

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