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Holsteinischer Courier

28. Juli 2017 | 13:04 Uhr

Abi-Noten : Debatte um die Vergleichbarkeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ärger um eine Pressemitteilung der Alexander-von-Humboldt-Schule / Andere Schulen verweisen auf soziale Herkunft der Schüler

Neumünster | Unter den Gymnasien und Gemeinschaftsschulen ist eine zum Teil scharf geführte Diskussion um die Vergleichbarkeit von Abitur-Noten ausgebrochen. Hintergrund ist eine Pressemitteilung der Alexander-von-Humboldt-Schule (AHS).

Das Einfelder Gymnasium teilt darin stolz mit, dass 31 von 94 Schülern einen Notendurchschnitt „mit der beeindruckenden 1 vor dem Komma“ erreicht haben. Weiter heißt es: „Das beeindruckende Gesamtbild bei einer Durchschnittsnote von 2,25 im jetzigen Jahrgang erklärt sich vor allem durch die intensive schulische Förderung.“

Das kam an anderen Schulen nicht gut an. „Dieser Versuch, sich durch die Noten über die anderen Schulen zu stellen, ist das gute Recht der AHS. Aber da muss man, wenn man die Hintergründe kennt, nicht mitspielen“, zeigt sich Roland Heyen, Oberstufenleiter der Gemeinschaftsschule Brachenfeld, verärgert. Dort liegt der Notendurchschnitt bei 2,65. Die soziale Struktur der Schülerschaft sei in Einfeld mit seinem ländlichen Einzugsgebiet und damit einer wohlhabenderen und gebildeteren Elternschaft eine ganz andere als bei den anderen Schulen der Stadt, konstatiert Heyen. „Die kommen eben nicht aus der Feldstraße oder der Christianstraße.“ Und: „Die AHS hat fast nur gymnasial empfohlene Schüler. Die anderen machen dann bei uns Abitur“, so der Oberstufenleiter. Er sei aber vor allem stolz auf das soziale und politische Engagement seiner Schüler, sagt Heyen.

Ähnlich sieht das auch Arno Engelmann, Direktor der Holstenschule. Hier gab es 2017 einen Abi-Schnitt von 2,7. „Man muss schauen, wie viele Kinder aus bildungsfernen oder Migranten-Familien stammen. Als Innenstadt-Schule haben wir davon viel mehr als die AHS.“ Bei der Immanuel-Kant-Schule liegt der Durchschnitt ebenfalls bei 2,7. Schulleiterin Elke Jönsson ist die Förderung jedes einzelnen Schülers wichtig. „Und das machen wir zum Beispiel sehr intensiv“, sagt sie.

Mit einem Durchschnitt von 2,44 an der Klaus-Groth-Schule und 2,48 an der GS Faldera sind die dortigen Oberstufenleiter Sören Krause und Manfred Behrens sehr zufrieden. Auch sie betonen aber: „Mit der Humboldt-Schule kann man die Struktur unserer Schüler im Wettbewerb nicht vergleichen.“

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erstellt am 08.Jul.2017 | 08:30 Uhr

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