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Gerichtsbericht : Dealer bekam eine Bewährungsstrafe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gestern wurde ein Neumünsteraner wegen unerlaubten Handels und Besitzes von Betäubungsmitteln verurteilt.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 07:15 Uhr

Neumünster | Gleich zwei Mal innerhalb kürzester Zeit ging der jungen Mann (25) den Ermittlern im vergangenen Frühjahr mit Drogen sowie typischen Verkaufs-Utensilien ins Netz. Gestern wurde der Neumünsteraner wegen unerlaubten Handels und Besitzes von Betäubungsmitteln vom Schöffengericht zu einem Jahr Haft verurteilt. Allerdings wurde die Strafe auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Laut Anklage fiel der Angeklagte am 17. März einem Ermittler an der Plöner Straße auf. Als sich der Polizist die Sache genauer ansah, entdeckte er bei dem Mann Marihuana, ein weißes Pulver, fast 300 Euro und eine für die Drogenszene typische Feinwaage. Nur wenige Wochen später, am 9. März, durchsuchten Beamte die Wohnung seiner Freundin an der Wippendorfstraße. Dort stand eine Reisetasche des Angeklagten. Der Inhalt: Kleidung, ein Brief vom Amt, 64 Ecstasy-Tabletten, Marihuana sowie eine Marihuana-Mühle. Eine Auswertung seines Handys gab den Ermittlern außerdem Hinweise auf eine Tätigkeit als Dealer. Immer wieder wurden da Mengen und Treffpunkte besprochen – im entsprechenden Szene-Jargon.

Zahlreiche weitere Vorwürfe, die ursprünglich angeklagt waren, wurden in Hinblick auf die beiden Fälle aus dem Frühjahr eingestellt. Seit November 2013 soll der Neumünsteraner laut Staatsanwaltschaft mehrfach Rauschgift an eine 17-Jährige – und somit Minderjährige – verkauft haben. Weil der junge Mann zu diesen Taten schwieg, die junge Frau nicht vor Gericht erschien und die Polizei sie nicht auftreiben konnte, stellten die Juristen das Verfahren ein. Denn diese Verkäufe wären beim Strafmaß letztlich nicht ins Gewicht gefallen.

Den Besitz der Drogen sowie der für den Verkauf üblichen Utensilien gab der Familienvater und Hartz-IV-Empfänger etwas zögerlich zu, behauptete allerdings, den überwiegenden Teil der Drogen für den Eigenbedarf besessen zu haben. Das mochte ihm das Gericht nicht ganz glauben.

In das Urteil floss auch noch eine ältere Geldstrafe mit ein. Der Angeklagte muss jetzt straffrei bleiben und mehrmals zur Suchtberatung, um die Bewährung zu bestehen.

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