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"Vaterlandsverräter" : DDR-Schicksal begeistert Cineasten

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Kinobühne bleibt ihrem Anspruch treu: 100 Besucher sahen sich den Film "Vaterlandsverräter" von Annekatrin Hendel in der Stadthalle an.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 08:00 Uhr

Neumünster | Dortmund gegen Real, Tanz in den Mai und das Wetter versprach viel Sonne am Abend. Den Besuchern der Stadthalle war das egal. Im dunklen Bühnenraum des Theaters hatten sich am Dienstagabend über 100 filmbegeisterte Menschen eingefunden, um beim letzten Beitrag der Filmreihe Kinobühne dabei zu sein. Sichtlich erfreut über die ausverkaufte Veranstaltung begrüßten Johannna Göb vom Kulturamt und der für die Filmauswahl verantwortliche Arne Sommer von der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein pünktlich um 19 Uhr ihre Gäste: "Wir freuen uns, Ihnen eine Dokumentation über die DDR zeigen zu können, die für sich selbst spricht. Film ab!"

Das war nicht zu viel versprochen: "Vaterlandsverräter" von Annekatrin Hendel ist ein Film über den Schriftsteller Paul Gratzik, der über 20 Jahre Freunde und Kollegen für die Stasi bespitzelte, bevor er sich selbst enttarnte - und bei Freund und Feind in Ungnade fiel. Paul Gratzik zog sich auf einen kleinen Hof in der Uckermark zurück. Hier beginnt der 2011 gedrehte Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel. In Rückblenden, teils als Erzählung von Weggenossen, teils als Animations-Szenen, zeichnet Hendel die Persönlichkeit Gratziks auf faszinierende Weise nach. Am 12. April wurde "Vaterlandsverräter" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Urteilsbegründung heißt es: "Annekatrin Hendel zeigt ihren Protagonisten als eine widersprüchliche, manchmal herausfordernde, manchmal anwidernde Persönlichkeit. Ein Protagonist, der sich gern um Kopf und Kragen redet, pompös, charmant, schroff. Sie lässt ihm keine Ausflüchte, zwingt ihn, sich seiner Geschichte zu stellen, respektiert ihn gleichwohl als Person. Das ist spannend bis aufregend und zwingt den Zuschauer, eine Haltung zu finden." Ob es den Zuschauern in der Stadthalle ebenso erging, war nicht auszumachen, denn die Filmemacherin Annekatrin Hendel war leider verhindert und so fiel die sonst übliche Diskussion nach dem Film aus. Begeistert waren die Zuschauer dennoch. Manche kamen nach der Vorführung auf Johanna Göb und Arne Sommer zu, um sich für das tolle Programm zu bedanken.

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