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Traumreise : Das Ziel war: Ein Foto vom Schiff vor dem Kreml

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Reise: Jutta und Thomas Kittel aus Aukrug waren viereinhalb Monate auf der Ostsee und auf russischen Flüssen unterwegs

Eigentlich wollten Jutta und Thomas Kittel einmal um die Ostsee fahren und dabei alle Hauptstädte am Meer besuchen. Aber während ihrer Planungsphase änderte Russland seine Gesetze, und das Ehepaar aus Aukrug setzte sich ein neues Ziel: „Nun wollten wir auch nach Moskau und ein Foto von unserem Schiff vor dem Kreml machen“, sagt Thomas Kittel. Und das haben sie auch geschafft.

Kittel kam 1988 nach Neumünster, als er bei Sauer-Danfoss als Leiter der EDV und der Organisation anfing. Mit seiner Familie zog er nach Aukrug. In dem Maschinenbaukonzern stieg er weiter auf, saß dann im Vorstand, war verantwortlich für den Standort Neumünster sowie für mehrere weitere Werke in der Division Hydrostatik. 2009 ging er als Executive Vice President in den Ruhestand. „Nun hatten meine Frau und ich plötzlich Zeit“, sagt Kittel lachend.

Von Haus aus sind die Kittels eigentlich Landratten, aber irgendwann machten sie einen Familienurlaub auf einem Boot in Frankreich, und seitdem waren sie infiziert, suchten immer wieder die Nähe zum Wasser. Dann kauften sie sich ein schönes Motorboot, die Azura. Sie ist 22 Meter lang und bietet Platz für bis zu zehn Personen. Im Sommer 2014 ging die Azura auf Ostsee-Tour.

Bis kurz zuvor durften ausländische Privatreisende nicht mit einem Schiff die russischen Binnengewässer befahren. Als das plötzlich erlaubt war, erkundigte Thomas Kittel sich nach den Bedingungen, und die schienen erfüllbar. „Man muss allerdings einen russisch sprechenden Menschen an Bord haben, und damit konnten wir nicht dienen. Also haben wir uns jemanden gesucht“, sagt Kittel. Er hatte schon einen ukrainischen Seemann für die Fahrt von St. Petersburg bis Moskau engagiert, doch der musste kurz vor dem Start im Mai wegen der Ukraine-Krise absagen. Da schien das Foto vor dem Kreml schon in weite Ferne gerückt zu sein, aber über Kontakte in der maritimen Szene fanden sie einen 72-jährigen Russen aus Bremerhaven, mit dem sie sich handelseinig wurden.

Am 1. Mai 2014 ging es in Rostock los. Danzig, Riga, Reval (Tallinn) und St. Petersburg waren die ersten Stationen. Dort nahmen sie den Skipper an Bord, um dann über viele Flüsse, Kanäle und Seen immer weiter in die unbekannten Weiten Russlands vorzudringen. „Für die Übernachtung haben wir immer versucht, einen Hafen zu finden, was nicht immer einfach war“, sagt Kittel. Von der Gastfreundschaft der Russen schwärmt er sehr. „Wir hatten nur ein einziges schlechtes Erlebnis. Wir hatten nachts festgemacht und schliefen, als irgendjemand das Schiff losgemacht hat. Es trieb langsam in die Fahrrinne. Das hätte ins Auge gehen können“, sagt Kittel.

Nach mehreren Wochen und insgesamt 21 Schleusen erreichte die Azura die russische Hauptstadt, und Kittel konnte sein Traumfoto vor dem Kreml machen. „Das war so etwas wie der emotionale Höhepunkt der Reise“, sagt er. Danach ging es wieder in Richtung Heimat, ab St. Petersburg dann über Helsinki und Stockholm. Mitte September erreichten sie nach etwa 4150 Seemeilen wieder den Heimathafen Rostock. Die meiste Zeit der Tour waren sie nicht allein, sondern hatten im Wechsel Freunde und Verwandte an Bord zu Gast. Das soll auch in Zukunft so sein. Auf den nächsten Reisen, die schon in Planung sind.

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erstellt am 09.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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