zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 13:03 Uhr

Das war lebendige Stadtgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei Tage lang stand unsere Stadt im Mittelpunkt der Ausstellung in der Stadthalle

Briefmarken, Münzen und Postkarten haben viel mehr zu erzählen, als die meisten vielleicht meinen. Sie standen am Wochenende im Mittelpunkt einer Ausstellung über Neumünsters Stadtgeschichte. Rainer Hebel, Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins, hatte die Ausstellung über Monate hinweg organisiert und sie in den Kontext des 888-jährigen Stadtgeburtstages gestellt.

So stand die Historie der Stadt auch im Fokus. Zahlreiche alte Postkarten wurden ausgestellt, und eindrucksvoll waren die vielen Notgeldscheine aus den frühen 1920er-Jahren, die Walter Kirstein aus Rosdorf bei Kellinghusen mitgebracht hatte. „Ich stelle hier Geldscheine aus, die zum Teil noch nie jemand gesehen hat“, sagte Kirstein, der diese Scheine seit 40 Jahren sammelt. Wahre Schätze hatte er bei sich, etwa Notgeldscheine aus Neumünster. „Große Firmen haben damals in der Zeit der Inflation ihr eigenes Notgeld herausgebracht“, so der Sammler weiter. Hermann G. Schmid, Adler & Oppenheimer, Sager Söhne und andere waren auf den Scheinen zu lesen – allesamt große Namen der Stadtgeschichte.

Neben den vielen Marken und Münzen zeigte Volkhard Feddern alte Stücke aus der Ära der Holsten-Brauerei. „Das seltene sind die Gäste-bücher aus den Brauereien, weil das echte Unikate sind“, sagte Feddern.

Mit der Geschichte des Landes beschäftigt sich Münzsammler Kurt Zentini seit 60 Jahren. Der ehemalige Neumünsteraner Berufsfeuerwehrmann weiß viel zu erzählen – angefangen über kleine Silbermünzen aus Haithabu bis hin zu den Geschehnissen in den drei Herzog-Dynastien in Schleswig-Holstein. „Münzen und auch Briefmarken erzählen so viel. Es ist wichtig, sich mit den Motiven auseinanderzusetzen, dann macht das Sammeln auch Spaß“, meinte Zentini.

Extra für die Messe wurde bei der Deutschen Post ein Sonderstempel „888 Jahre verliebt in Neumünster“ beantragt, den sich die Besucher an einem Stand der Post abholen konnten. Das tat zum Beispiel die Besucherin Christa Bünte aus der Innenstadt. Sie ist seit 50 Jahren leidenschaftliche Briefmarkensammlerin. „Einen Großteil meiner Sammlung habe ich bereits verkauft. Aber solche Besonderheiten wie diesen Sonderstempel nehme ich gerne noch mal mit“, erzählte die Neumünsteranerin.

Begeistert war auch Besucher Oswald Feix aus Groß Kummerfeld. „Das ist lebendige Geschichte. Die Ausstellung ist sehr professionell aufgebaut“, lobte er. Als Erinnerung ließ er sich bei dem Münzpräger Christian Stein eine Neumünster-Münze prägen. Aus 1,80 Meter Höhe ließ er den 45 Kilogramm schweren Hammer auf die Stempel fallen, zwischen denen ein Bronze- oder Silberrohling steckte. Heraus kam eine sauber geprägte Münze mit Vicelin auf der einen und dem Stadtwappen auf der anderen Seite.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Sep.2015 | 10:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen