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"Das war eine sehr gute, leidenschaftliche und mutige Leistung des VfR"

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Neumünster | Frust, Enttäuschung und Unverständnis, aber auch Stolz auf die Darbietung ihrer Mannschaft war den VfR-Anhängern nach dem unglücklichen Last-Minute-Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC (2:3 nach Verlängerung) zu entnehmen.

"Ich bin sehr enttäuscht. Ein Weiterkommen für den VfR wäre verdient gewesen, und meiner Meinung nach war es auch kein Elfmeter. Der direkte Abpfiff nach dem 2:3 war zudem ein Witz. Man hätte dem VfR ruhig noch einen Angriff gewähren können", fand zum Beispiel Thomas Rusch.

Viel Lob hatte Michael Knauer, erst vor kurzem nach Neumünster gezogen, für die "Veilchen" übrig: "Das war eine sehr gute, leidenschaftliche und mutige Leistung des VfR. Das hätte ich so nicht erwartet. Umso tragischer ist das Ausscheiden." Marco Zimny, der eigentlich eher dem Handball zugeneigt ist, sah in den 120 Minuten "eine gute Werbung für den Fußball". Ähnlich sah es sein Kumpel Steffen Goede, den man eher als alteingesessenen VfR-Fan bezeichnen kann, kommt er doch bereits seit den 1980er-Jahren regelmäßig an die Geerdtsstraße: "Der VfR ist raus mit Applaus und hat eine super Leistung gezeigt. Auch die Stimmung war super. Zu Regionalligaspielen dürfen nun gerne mehr Zuschauer kommen als zuletzt." Die Szene vor dem entscheidenden Strafstoß konnte er zwar von seinem Platz in Block A nicht wirklich sehen, hätte sich vom Referee aber "ein wenig mehr Fingerspitzengefühl" - sprich: einen Verzicht auf den Pfiff - gewünscht. Etwas drastischer formulierte es hingegen Rainer Reimer: "Das war kein Elfmeter, sondern Beschiss. Auch die Gelb-Rote Karte war fragwürdig. Der VfR war überlegen, und man muss sich die Frage stellen: ,Wer ist die Hauptstadt und wer das Dorf?

Über eines waren sich alle VfR-Fans einig: Das Drumherum war gut organisiert, an den Verpflegungsständen gab es kaum Wartezeiten. Als sich etwa eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn eine längere Schlange vor dem Eingang bildete, reagierte VfR-Schatzmeister Olaf Schließeit prompt mit dem Öffnen eines weiteren Tores zu den Blöcken A, B und C, wodurch Wartezeiten eingedämmt werden konnten.

Durch den Sieg ihrer Hertha überwog für Jana und Olli Weber vom Fanclub "Berliner Bären" zwar das Positive ("Glücklich gewonnen, aber verdient."), wie sie von anderen Zuschauern im Familienblock behandelt wurden, fanden sie aber nicht in Ordnung: "Es waren einige unfaire Fans dabei. Wir wurden teilweise derbe angepöbelt, und das auch noch im Familienblock", fehlte Jana Weber das Verständnis für die zahlreichen Kraftausdrücke.

Bereits während des Spiels machten die Anhänger aus der Hauptstadt im Gästeblock ihrem Unmut über die hohen Eintrittspreise Luft. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wurden mit den einleitenden Worten aus dem Megafon "Wir protestieren jetzt gegen die Abzocke mit 18 Euro hier im Stehblock" nacheinander Schriftbänder präsentiert, auf denen zunächst "Alle wollen vom Kuchen. Auf Kosten von uns Fans!" und anschließend "DFB-Pokal-Abzocke stoppen" zu lesen stand (ein solches war auch im Fan-Block des VfR zu erkennen). Im Anschluss sangen sie "Fußball muss bezahlbar sein".

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