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Kunst auf dem Südfriedhof : Das Vaterunser zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein neues Angebot auf dem Südfriedhof soll zum Beten anregen. Dabei spielen Hände eine wichtige Rolle.

von
erstellt am 17.Apr.2014 | 09:00 Uhr

Neumünster | Die Hände spielen beim Gebet eine wichtige Rolle. Auf dem Südfriedhof kann man jetzt sogar ausprobieren, wie sich das Vaterunser anfühlt. Der Husumer Künstler Ulrich Lindow hat zusammen mit dem Friedhofsleiter Dieter Schröder einen „Vaterunser-Weg“ konzipiert. Entlang des Prachtwegs zum Hochkreuz stehen in je knapp 30 Metern Entfernung sieben Stelen in Pultform. Auf jedem Stein ist eine Bitte des Vaterunsers eingraviert. Zusätzlich wachsen aus jeder Skulptur zwei Hände aus dem Stein, die die jeweilige Bitte in Gebärdensprache zeigen.

„Gehörlose können den Text selbstverständlich lesen, aber wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, die Bitten mit Gesten zu symbolisieren. Da bot sich die Gebärdensprache perfekt an“, erklärt Dieter Schröder die Idee.

Ulrich Lindow hat sich dafür extra mit einem Lehrer für Gebärdensprache getroffen. „Er hat mir gezeigt, wie man die Bitte mit den Händen formt, und ich habe sie abfotografiert und im Anschluss geformt“, erklärt der Künstler. Als Material hat Lindow grünen Anröchter Stein aus dem Sauerland verwendet.

Beim Spaziergang entlang der Stelen können Friedhofsbesucher das Vaterunser beten und sich zu jeder einzelnen Bitte ihre eigenen Gedanken machen.

Außerdem sollen die Stelen eine kleine Nachhilfe für alldiejenigen sein, die das Vaterunser nicht mehr sicher auswendig können, erklärt Schröder.

Bei den ersten Spaziergängern kam der Weg gut an. Mitglieder der Hospiz-Initiative hatten Spaß daran, die Gesten der Gebärdensprache nachzuformen. Auch Pastorin Simone Bremer war von der Umsetzung sehr angetan: „Neben dem Wort brauchen wir Sinnlichkeit. Es ist toll, das Vaterunser anfassen zu können.“

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