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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 20:22 Uhr

Padenstedt : Das Trampeltier-Baby heißt Birtus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das kleine Kamel wurde im Pony-Park in Padenstedt geboren. Das Fohlen ist stark und gesund und der Liebling der Ferienkinder.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 07:30 Uhr

Padenstedt | Große Freude herrscht zurzeit im Pony-Park Padenstedt. Der Grund ist die Geburt eines besonderen Fohlens: Am Ostermontag kam ein gesundes Trampeltier-Baby zur Welt. Auf der Nachbarweide direkt neben den Haflingerponys brachte die siebenjährige, dunkelbraune Kamelmutter Bärbel ihren Sohn Birtus innerhalb einer halben Stunde zur Welt.

„Es ist schwierig, Kamele zu züchten, weil die Sterblichkeitsrate bei den Fohlen hoch ist. Umso mehr freuen wir uns, dass Birtus stark und gesund ist“, sagte der Besitzer des Ferienhofs, Wolfgang Kreikenbohm, stolz. Etwa die Hälfte der Fohlen stirbt in den ersten drei Lebenswochen. Aber der kleine Padenstedter mit dem wuscheligen grauen Fell entwickelt sich prächtig und wurde von seiner Mutter angenommen. „Das ist Bärbels erstes Fohlen. Wir haben ihr bei der Geburt geholfen und den Hengst vorsichtig herausgezogen“, schilderte Wolfgang Kreikenbohm.

Das junge Kamel hat die markanten zwei Höcker auf dem Rücken bisher nur angelegt, richtig ausgebildet sind die Fettspeicher erst nach einem Jahr. Noch hält sich der staksbeinige, etwa 120 Zentimeter große Bursche mit den langen Wimpern am liebsten bei Mama auf und nährt sich von ihrer Milch. Er ist aber neugierig und zutraulich, wie Pferdewirtschaftsmeisterin Ute Rohwäder erzählte: „Er ist bereits der Star bei den Kindern und lässt sich gerne kraulen.“

In eineinhalb Jahren ist Birtus geschlechtsreif, dann muss sich der Züchter überlegen, ob der Hengst kastriert wird. „Die Aufzucht von Hengsten ist schwierig, weil sie sich Männern gegenüber aggressiv verhalten“, erklärte Wolfgang Kreikenbohm. Denn Kamele, zu denen die Trampeltiere zählen, leben in freier Wildbahn in einem von einem Hengst geführten Haremsverband. Daher lebt Birtus auf dem Hof in Padenstedt auch nur mit seine Mutter und seiner Oma, der 19-jährigen Kameldame Brigitte.

Birtus’ Vater ist der Deckhengst Bonnie. Er lebt bei Ratzeburg und bekam vor über einem Jahr Besuch von Trampeltier Bärbel. „Ich mag Kamele, weil sie sehr gelassen und intelligent sind. Zum Beispiel erkennen sie Menschen wieder, auch wenn sie sie ein halbes Jahr nicht gesehen haben“, sagte der bekennende Tierschützer Kreikenbohm. Die domestizierten Pflanzenfresser gelten übrigens als Haustiere und kommen mit der europäischen Witterung zurecht. „Unsere Trampeltiere stammen aus Sibirien. Sie sind sehr genügsam und anpassungsfähig. Im Sommer werfen sie ihre Wolle ab“, erklärte Ute Rohwäder.

Mutter und Sohn leben in einem großen, offenen Stall und können sich bei Regen jederzeit schützen. Ihren Namen haben die Passgänger übrigens wegen ihrer großen, platten und fast runden Füße: Die Trampeltiere sind Sohlengänger, die zwei Zehen haben, aber keine Hufe. Trampeltiere sind in Schleswig-Holstein gar nicht so selten, zum Beispiel gibt es eine Familie im Gettorfer Zoo.

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