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Kein Lärmschutz : Das Thema Lärmschutz ist erledigt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rat lehnte alle Vorschläge für die Max-Johannsen-Brücke ab.

Neumünster | Die lärmgeplagten Anwohner rings um die Max-Johannsen-Brücke in Tungendorf können vorerst nicht auf Besserung hoffen. Die Ratsversammlung lehnte am Dienstag alle Vorschläge in Sachen Lärmschutz ab. In dieser Wahlperiode ist das Thema damit erledigt.

Nicht nur der Antrag des NPD-Ratsherrn Mark Proch, die für Lärmschutz vorgesehenen 730  000 Euro in den Erhalt anderer sanierungsbedürftiger Straßen zu stecken, wurde abgelehnt. Auch der im Planungs- und Umweltausschuss noch mehrheitlich gefundene Kompromiss fiel jetzt im Rat mit 20 gegen 22 Stimmen durch. Der Planungsausschuss-Vorsitzende Axel Westphal (SPD) hatte die entscheidenden Punkte noch einmal aufgelistet: lärmmindernder Asphalt auf der Brücke und am Ilsahl, aber kein Tempo 30, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Dazu solle geprüft werden, was eine transparente Lärmschutzwand und eine verbesserte Ampelschaltung mit grüner Welle bringen können.

Die Bundesstraße liege nicht in der Zuständigkeit der Stadt, so Westphal. Es sei ungerecht gegenüber anderen Anwohnern der Bundesstraße 430, bei der Max-Johannsen-Brücke mit Tempo 30 eine Ausnahme zu fordern. Darüber herrschte auch Einigkeit. Die ursprüngliche Vorlage der Stadtverwaltung – Tempo 30 und Flüster-Asphalt, dafür keine Lärmschutzwand – fand nicht einen einzigen Fürsprecher und fiel durch.

Beim Thema Flüster-Asphalt wurden dagegen die unterschiedlichen Positionen deutlich. Die CDU-Bauexpertin Helga Bühse brach erneut eine Lanze pro Flüster-Asphalt und sah sich hier auf einer Linie mit dem Stadtteilbeirat Tungendorf. „Zwei bis fünf Dezibel Lärmminderung sind eine ganze Menge“, sagte Helga Bühse. Laut dem Planungsbüro entstünden durch Flüster-Asphalt nur „geringfügig höhere Kosten“.

Das rief den Widerspruch von Franka Dannheiser (SPD) hervor. Flüster-Asphalt koste mit 730  000 Euro mehr als doppelt so viel wie normaler Asphalt (311  000 Euro) und bringe zudem gar nichts. Das Problem seien nicht die Reifenrollgeräusche, sondern der Motorenlärm durch anfahrende Lkw. Vor allem Linksabbieger zur Gutenbergstraße hin zwingen zum Abbremsen und bescheren Lärm. Franka Dannheiser: „Flüster-Asphalt und grüne Welle bringen gar nichts.“ Der Bund als Eigentümer sage zudem eindeutig Nein. Die Stadt müsste daher alles selbst bezahlen, auch die Ableitung des Regenwassers müsste geändert werden. Dannheisers Fazit: „Unmögliche Kosten, ohne dass der Zweck erreicht wird.“

Esther Hartmann (Bündnis für Bürger) fragte, ob Flüster-Asphalt nicht zudem eine kürzere Lebensdauer habe, was Stadtbaurat Thorsten Kubiak bestätigte. Für Thomas Puls (Bündnis für Bürger) ist die ganze Lärmaktionsplanung Theorie: „Wir hätten schon eine Lärmminderung, wenn wir intakte Straßen hätten.“ Auch der Grüne Ralf Ketelhut sah die Stadt bei diesem Thema „auf dem falschen Weg“.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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