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Holsteinischer Courier

24. September 2017 | 21:24 Uhr

Rendswühren : Das Sommergetreide ist gesät

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die kühlen Tage im April sind wieder wettgemacht. In der Landwirtschaft hat die Grasernte begonnen.

Rendswühren | Trotz einiger Wetterkapriolen im Frühjahr können die Landwirte auf eine durchaus gute Vegetationsentwicklung blicken. Raps, Roggen und Weizen haben die kühlen Tage wettgemacht und die Grasernte hat begonnen. Durch die schwachen Getreidepreise hat der Maisanbau leicht zugelegt.

Warme Tage im Februar, ein März, der kälter als der Dezember daherkam und ein April, der dem Sprichwort „April, April, der macht was er will“ alle Ehre machte und bis hin zu Schneefall zum Monatsende allerlei Überraschungen lieferte: So begleitete ein durchaus ungewöhnlicher Jahresauftakt die Frühjahrsentwicklung auf Feldern und Wiesen. Windig und kühl präsentierte sich mit einigen Ausnahmen auch der Mai. Die Spargelbauern stachen trotz der kühlen Witterung das weiße „Ackergold“, das sich zaghaft aus den Spargelreihen schob.

Inzwischen ist auch Sommergetreide wie Hafer oder der allgegenwärtige Mais gesät. Hier, so Landwirtschaftsberater Dr. Thomas Bahr aus Rendswühren, sei eine leichte Zunahme zu vermerken. Weizen, Gerste oder auch Brotroggen leiden unter schwachen Preisen, die sich seit dem Herbst auf niedrigem Niveau befinden. „Die gute Vorjahresernte und hohe Weltmarktbestände haben für volle Läger und niedrige Preise gesorgt. Das spüre man letztlich auch bis nach Rendswühren oder im örtlichen Landhandel in Bokhorst“, sagt Thomas Bahr.

„Das wechselhafte kühle Wetter im Mai hatte allerdings auch seine Vorteile“, meinte Bahr. An einigen schleswig-holsteinischen Standorten mussten Rapsfelder wegen Kohlherniebefall, einer Kohlkrankheit, für die eben auch Raps anfällig ist, wieder umgepflügt werden. Hierfür wurde teilweise Mais als Ausgleich angebaut. Anderenorts hat das kühle Wetter die Entwicklung der Rapsglanzkäfer gebremst. Auch Mehltauentwicklungen blieben moderat. Eine Woche mit Temperaturen über 20 Grad haben auch Getreide wie Roggen und Weizen wachsen lassen. „Wachstumsverzögerungen haben die Bestände weitgehend aufgeholt“, meinte Bahr. Auch für die unter Druck stehenden Milchbauern sieht zumindest die Grünlandentwicklung gut aus. Der erste Schnitt von Ackergräsern für Futtersilagen wird eingebracht. „Nicht immer ohne Probleme“, wie der Großharrier Altbauer Detlef Sötje jetzt beim Mähen und Wenden der Grasbestände sagte. „Leider kommt auch immer wieder einmal ein Rehkitz durch die Mähwerke um. Nicht jede Wiese kann immer akribisch abgegangen oder mit einem Jagdhund durchsucht werden.“ Mitunter gebe einfach das Wetter die Arbeit vor und dann heiße es zum Frühstück: „Heute müssen wir mähen.“ Die Grasernte fällt genau in die Setzzeit der Rehe, die ihre Kitze im Mai bekommen. Damwild etwa bekommt seine Jungen erst einen Monat später und auch versteckt in seinen Einständen (nicht am Wiesenrand wie Rehe) und ist deswegen auch kaum von den landwirtschaftlichen Arbeiten betroffen. „Manches Mal“, so Sötje, „ist ein Kitz einfach nicht im dichten Grasgewirr zu entdecken. Das ist besonders schade.“  





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