Das schillernde Leben der Hildegard Knef

Die Zigarette war stets griffbereit: Hildegard Knef besaß schon in jungen Jahren eine raue Stimme - der kräftige Nikotinkonsum verstärkte  diese natürliche Anlage noch.
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Die Zigarette war stets griffbereit: Hildegard Knef besaß schon in jungen Jahren eine raue Stimme - der kräftige Nikotinkonsum verstärkte diese natürliche Anlage noch.

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04. Februar 2012, 11:33 Uhr

Berlin | Hildegard Knef, am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren und in Berlin aufgewachsen, war der erste Nachkriegsstar der jungen Bundesrepublik. Wolfgang Staudtes Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" machte sie bereits 1946 international bekannt. Als am 1. August 1948 das Magazin "Stern" zum ersten Mal erschien, zierte ihr Kopf die Titelseite. Sieben Millionen Zuschauer sahen 1950 den Film "Die Sünderin", in dem Hildegard Knef, wenn auch nur für ein paar Sekunden, völlig nackt auftrat - ein Skandal.

Die "Sünderin" floh förmlich nach Hollywood, fortan sollte sie immer wieder zwischen Deutschland und den USA pendeln. Ella Fitzgerald rühmte sie als die "beste Sängerin ohne Stimme". Sie feierte als Schauspielerin, als Chansonsängerin und als Schriftstellerin große Erfolge, erlebte aber auch schwere Rückschläge. Sie war dreimal verheiratet: mit Kurt Hirsch (1947 bis 1952), mit dem britischen Schauspieler David Cameron (1962 bis 1976) - er ist der Vater von Christina ("Tinta") - und schließlich von 1977 bis zu ihrem Tod am 2. Februar 2002 mit dem 15 Jahre jüngeren Paul Schell (siehe Artikel oben).

1968 veröffentlichte sie ihr wohl berühmtestes Lied "Für mich soll’s rote Rosen regnen" (1992 sollte es mit der Rockgruppe Extrabreit eine vielbeachtete Neufassung geben). 1970 erschien ihre Autobiografie "Der geschenkte Gaul". Im Buch "Das Urteil" beschäftigte sie sich 1975 mit ihrer eigenen Brustkrebserkrankung. Die letzten Jahre waren von schweren Krankheiten überschattet. Zwei Wochen nach ihrem letzten öffentlichen Auftritt in der Kerner-Show starb sie am 2. Februar in Berlin. Hildegard Knef erhielt ein Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf.

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