Bierabend : Das Rededuell blieb aus

Frauenpower (von links): Iris Meyer,  Daliah Schoen und Marianne Lingelbach.
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Frauenpower (von links): Iris Meyer, Daliah Schoen und Marianne Lingelbach.

Eine hitzige Atmosphäre gab es in der Schanze am See nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen / 160 Gäste kamen beim Unternehmensverband miteinander ins Gespräch

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12. Juli 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Ein Duell am See gab es diesmal nicht, dafür waren sich die beiden Redner beim Kommunalpolitischen Bierabend zu einig: Am Ende seiner Ausführungen gab Ulf Michel vom gastgebenden Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) sogar eine deutliche Wahlempfehlung für Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras ab. Der wiederum war dann als traditioneller Gastredner auch nicht wirklich auf Krawall gebürstet. Hitzige Stimmung entstand nur durch die hochsommerlichen Temperaturen.

Schon zum 40. Mal hatte der UVM sich Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung eingeladen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Knapp 160 Besucher waren dazu am Donnerstag in die Schanze am See gekommen (der Courier berichtete). Früher flogen hier regelmäßig die Funken, wenn Hartmut Unterlehberg sich als OB auf hohem Niveau mit dem UVM-Vorsitzenden Uli Wachholtz und später mit Ulf Michel vom Rednerpult aus duellierte, aber die Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Dabei übte Michel in seiner Rede durchaus Kritik an der Stadtverwaltung. „Erhebliches Verbesserungspotenzial“ sieht Michel zum Beispiel im Rathaus beim Umgang mit ansiedlungswilligen Unternehmen: „Wir haben dazu keine Willkommenskultur in unserer Stadt.“ Auch beim Zusammenspiel von Verwaltung und Ratsversammlung sah Michel noch Luft nach oben, aber hauptsächlich lobte er: den Bau des neuen Gewerbegebiets an der Autobahn, den Fortgang der Haushaltskonsolidierung, die tolle Entwicklung der Übernachtungszahlen, das verbesserte Image durch das DOC und anderes.

Für die jetzige Struktur der Wirtschaftsagentur (WA) sprach sich Michel ebenfalls aus: Die sei „ein Erfolgsmodell“ und habe zu vielen Ansiedlungen ihren Teil beigetragen. „Sollte der Einfluss der Politik wachsen, also eine ,Verstaatlichung’, wird die Wirtschaft das Interesse an einer Zusammenarbeit verlieren“, sagte Michel und spielte auf den Plan der SPD an, der Stadt im Aufsichtsrat der WA mehr Macht zu geben (der Courier berichtete). Der Antrag dazu wurde in der nicht-öffentlichen Ratsversammlung übrigens vertagt.

OB Tauras ließ die Gelegenheit aus, direkt auf die eine oder andere Bemerkung von Michel zu antworten. Stattdessen zog er so etwas wie eine Erfolgsbilanz seiner Amtszeit und bewarb sich damit um die Wiederwahl im kommenden Jahr. Definitiv auf einer Linie mit dem UVM liegt Tauras in der Frage der WA: Auch der OB, selbst einmal Chef der WA, warb dringend dafür, das „Erfolgsmodell der Wirtschaftsagentur“ so zu belassen, wie es seit mehr als zehn Jahren sei. Ähnliches möchte Tauras mit dem Citymanagement erreichen: „Ich werde der Ratsversammlung in einer der nächsten Sitzungen vorschlagen, die dafür notwendigen Mittel auch weiterhin bereitzustellen.“

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