Wankendorf : Das Projekt Schienenbusse nimmt Fahrt auf

Projektmappen und Stellwände hat Martin Schlünß für seine Präsentation. Noch stellt er das Projekt vor, dann soll die Umsetzungsphase folgen.
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Projektmappen und Stellwände hat Martin Schlünß für seine Präsentation. Noch stellt er das Projekt vor, dann soll die Umsetzungsphase folgen.

Martin Schlünß findet mehr Unterstützer und möchte Bürger zum Engagement animieren.

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08. Januar 2015, 10:00 Uhr

Wankendorf | Etwa 3600 Unterschriften sind bisher gesammelt worden. Martin Schlünß aus Wankendorf möchte nämlich die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Neumünster und Plön reaktivieren (der Courier berichtete). Nach seinem Konzept soll die Tour zwischen den beiden Städten 25 Minuten dauern. Seit über einem Jahr stellt der 38-Jährige sein Mobilitätskonzept vor und kann eine Wende feststellen: „Mittlerweile kommen die Leute auf mich zu und wollen, dass ich das Konzept erläutere.“

Schlünß setzt auf eine Kombination zwischen Zug, Auto, Bus und Rad. Im Halbstundentakt sollen die Menschen befördert werden, und das vor der Haustür. „Denn nur zusammen können die unterschiedlichen Verkehrsmittel sich optimal ergänzen“, meint der gelernte Verkehrsmanager. So individuell wie möglich sollen die Lösungen für den Knotenpunkt Wankendorf werden. Ihm schwebt vor, dass sich die Bevölkerung beteiligt, zum Beispiel mit Bürgerbussen oder in Genossenschaften. „Jeder bekommt ein Puzzleteil, und alles muss am Ende ein Bild ergeben“, sagt Martin Schlünß. Der Zuspruch der Menschen vor Ort sei ganz wichtig. Die eigenen Kinder, das Klima, der Wert der eigenen Immobilie, die Energiewende könnten Motivation sein, sich für das Projekt Schienenbusse zu engagieren.

Etwa zehn Stunden Arbeit die Woche und auch sein Geld steckt Martin Schlünß in seine Idee. Mappen und Stellwände hat er für seine Präsentationen erstellt. In über der Hälfte der betroffenen Kommunen, im Umweltausschuss des Kreises Segeberg und der Aktivregion Schwentinental hat er das Projekt vorgestellt und durchweg positive Resonanz bekommen. „Sogar von Orten aus ganz anderen Teilen des Kreises kommt Zuspruch“, betont er, denn schließlich erhoffe man sich dort, dass sich die Erkenntnisse aus dem Konzept auch dort anwenden lassen und zu Verbesserungen führen.

Nach den Vorgesprächen geht es an die konkreten Fragen: Welche Signale werden benötigt? Wo sind Bahnübergänge und Bushaltestellen möglich? In den Kabeltrassen für die Bahn könnte auch Breitband verlegt werden nach dem Motto „Die Eisenbahn bringt die Datenbahn mit“.

Ende des Jahres  /  Anfang 2016 soll es den Startschuss für die Umsetzung geben, die vor 2020 fertig sein soll. Für die Finanzierung hat Schlünß unter anderem die neue Förderperiode der Aktiv-Regionen ins Auge gefasst.

Ein weiterer Hoffnungsschimmer für das Konzept von Schlünß: Sonntag wurden auf der Strecke zwischen Kiel und Rendsburg fünf neue Haltepunkte in Russee, Schülldorf, Bredenbek, Achterwehr und Melsdorf eingerichtet (der Courier berichtete).

www.schienenbusse.de


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