Gartenstadt : Das Ortsschild bleibt vorerst, wo es ist

Das Gewerbegebiet Eichhofpark  ist mittlerweile weit entwickelt. Auf dem Archivbild ist links die alte Trasse des Eichhofwegs zu sehen, die inzwischen verlegt ist. Der Verkehr auf dem landwirtschaftlichen Weg sorgt für Debatten.
Das Gewerbegebiet Eichhofpark ist mittlerweile weit entwickelt. Auf dem Archivbild ist links die alte Trasse des Eichhofwegs zu sehen, die inzwischen verlegt ist. Der Verkehr auf dem landwirtschaftlichen Weg sorgt für Debatten.

Um den Radwegstreifen zum neuen Gewerbepark zu ermöglichen, wollte der Stadtteilbeirat das Schild versetzen. Die Verkehrsbehörde lehnt das ab

shz.de von
29. Mai 2015, 09:00 Uhr

Nemünster | Das Ringen um das Ortsschild am Stoverbergskamp geht weiter. Auf der Sitzung des Stadtteilbeirats Gartenstadt erteilte Gundula Schuhmacher vom Fachdienst Tiefbau dem Antrag des Beirats, das Ortsschild zu versetzen, am Mittwochabend eine klare Absage. „Aus verkehrsrechtlicher Sicht“ sei eine Verschiebung des Ortsschildes nicht möglich, so Schuhmacher.

Hintergrund ist der Wunsch der Gartenstädter nach einem Fahrradschutzstreifen auf der alten Rendsburger Straße, der den zukünftigen Arbeitnehmern im Gewerbepark Eichhof eine sichere Anreise bieten soll. Da ein solcher Radweg allerdings nur innerhalb geschlossener Ortschaften zulässig ist, kam im Beirat die Idee auf, die Ortsgrenze einfach zu verlegen.

„Rein technisch würde es gehen“, sagte Gundula Schuhmacher und erläuterte, dass die Straße die erforderliche Breite für die gleichzeitige Benutzung von Autos und Radfahrern aufweise. Die Begründung für die Ablehnung seitens der Verkehrsbehörde sorgte beim Beirat und den Zuhörern der Sitzung für Kopfschütteln. Danach könne ein Autofahrer – trotz Passieren des Ortsschildes – nicht klar erkennen, dass er sich in einer geschlossenen Ortschaft befinde, da es an typischen Merkmalen wie Straßeneinmündungen, Wohnbebauung oder parkenden Fahrzeugen mangele, argumentiert die Behörde.

„Der Fahrradschutzstreifen hat sich in der Praxis bewährt. Die Verkehrsbehörde verschanzt sich hinter Phrasen“, protestierte ein Anwohner. Und Beirat Kurt Feldmann-Jäger (SPD) verwies darauf, dass das Schild in den vergangenen 20 Jahren wiederholt versetzt worden sei: „Wo ist der Wille, Neumünster zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen?“ Der Beirat verständigte sich darauf, seinen Wunsch, vor Eröffnung des Gewerbeparks eine Fahrradanbindung zu schaffen, der Stadt erneut vorzutragen.

Um die Verkehrsentwicklung rund um Eichhofweg und Stoverbergskamp besser einschätzen zu können, will die Stadt den Verkehr hier genauer erfassen. „Es soll verhindert werden, dass sich die beiden Straßen als Abkürzungen zur A7 entwickeln“, erklärte Gundula Schuhmacher.

Die Kita Gartenstadt an der Virchowstraße braucht mehr Platz, um ihr Prädikat „Kulturkita“ geeignet umsetzen zu können. Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung, hatte in diesem Punkt gute Nachrichten für den Beirat. „Nächste Woche soll der Vertrag mit dem Vermieter des leer stehenden Sparkassengebäudes unterzeichnet werden.“ Die Räume befinden sich an der Röntgenstraße.

Diskussionen gab es um die Frage, ob die Kita erweitert werden muss: Der Beiratsvorsitzende Martin Kriese (CDU) stellte die Position des Beirats klar: „Ein Neubau ohne Ausbau ist nicht ausreichend.“ Die Stadt sieht dafür allerdings keinen Bedarf.


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