Neumünster : Das Oratorium kann starten

Großer Dank an alle Spender: Claudia Reimers (von links), Komponist Hans-Georg Wolos und Harri Schmidt vom Holstein-Chor freuen sich über die große Unterstützung für die Aufführung des Weihnachts-Oratoriums „Spuren nach Bethlehem“.
Großer Dank an alle Spender: Claudia Reimers (von links), Komponist Hans-Georg Wolos und Harri Schmidt vom Holstein-Chor freuen sich über die große Unterstützung für die Aufführung des Weihnachts-Oratoriums „Spuren nach Bethlehem“.

„Spuren nach Bethlehem“ wird im Dezember aufgeführt . Fans unterstützen das Chor-Projekt mit Spenden.

shz.de von
14. Mai 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Aufatmen bei den Organisatoren des Holstein-Chors und vor allem bei Hans-Georg Wolos (66): Die im Dezember angeschobene Spendenaktion für die Aufführung des von ihm komponierten Weihnachtsoratoriums „Spuren nach Bethlehem“ war ein voller Erfolg. „Wir als ehrenamtlicher Chor können ein solches Projekt finanziell nicht wuppen, wir danken den vielen Spendern, die teilweise sehr großzügig waren“, sagt Pressesprecherin Claudia Reimers. 6000 Euro sind bisher zusammengekommen – die Kosten betragen schätzungsweise 15 000 Euro.

„Professionelle Musiker und Solisten kosten nun mal Gage, auch die Anscharkirche bekommen wir nicht gratis“, sagt Wolos.

Das von dem Holstein-Chor-Leiter komponierte Weihnachtsoratorium wurde 1993 uraufgeführt – damals noch in einer kürzeren Version. „Es hat mich gereizt, eine neue musikalische Form anzugehen, es kamen danach immer wieder Sätze und Rezitative hinzu“, so Wolos. Als die Kantorei Nortorf unter Kirchenmusikdirektor Günther Bongert 2010 das Oratorium aufführen wollte, schrieb Wolos als fulminanten Abschluss das Finale „Macht Euch bereit und folgt den Spuren nach Bethlehem.“ Es folgten weitere Aufführungen mit dem Holstein-Chor im Fünf-Jahres-Rhythmus. „Das haben wir zuletzt nicht mehr geschafft. Aber es gab Nachfragen – sowohl von den Chorsängern als auch vom Publikum. Doch das Ganze musste finanziell abgesichert sein, und es war klar, dass wir das durch den Eintritt nicht finanzieren können. Spenden sind weiterhin willkommen“, betont Claudia Reimers.

Geschrieben ist das Oratorium im klassischen Stil mit Erzähler, Chorsätzen und Solo-Partien. Es erzählt die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium. „Das Oratorium hat keine extremen Anforderungen an die Sänger, wohl aber an die Solisten, und es ist schon anspruchsvoll. Es ist eine wunderschöne Musik, die auch Ohrwurmcharakter hat, volkstümlich und mit eingängigen Melodien. Damals wurde es dem Holstein-Chor auf den Leib geschrieben“, so Wolos. Mitte Mai sollen die Proben starten. „Das ist ein Projekt, bei dem gerne noch neue Sänger mitmachen können, auch wenn sie nicht zum Holstein-Chor gehören. Weil es wuchtige Chorsätze sind, wollen wir nicht unter einer Stärke von 70 Sängern auftreten“, so Wolos. Ein 20-köpfiges professionelles Orchester begleitet den Chor und die Solisten.

Eine von ihnen ist Christina Patten (26) als Engel-Erzählerin. Weitere Solisten sind der Neumünsteraner Bariton Tim Stekkelies, der ebenfalls im Wolos-Musical „Die Brücke der Zukunft“ als „Froki“ auf der Bühne stand, die Schweriner Sopranistin Christiane Mikoleit, die einst bei Wolos Akkordeon lernte und dann Gesang studierte, die Altistin Anne-Beke Sontag aus Kiel und der Tenor Kim Schrader aus Berlin. Die Orgel spielt Anscharorganist Sven Thomas Haase – den Kontakt zum Chor für einen präzisen Einsatz hält er von der Empore per Chor-Mikro und durch Blickkontakt.

Es wird eine Nachmittags- und eine Abendaufführung am Freitag, 7. Dezember, geben; die Preise stehen ebenfalls noch nicht fest („auf jeden Fall unter 20 Euro“); der Vorverkauf startet im Sommer und wird rechtzeitig bekanntgegeben.

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