Fotograf in Neumünster : Das Moor im Kamera-Fokus

Architektur ist eines der Motive von Victor Cartarcia. Hier ist die Fassade des Arcotels in Hamburg zu sehen.
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Architektur ist eines der Motive von Victor Cartarcia. Hier ist die Fassade des Arcotels in Hamburg zu sehen.

Fotograf Victor Catarcia (40) zeigt Impressionen vom Dosenmoor, aus fernen Ländern und Stadt-Architektur.

shz.de von
20. Januar 2018, 18:27 Uhr

Die Kamera ist ein ständiger Begleiter für Victor Catarcia. „Ich fotografiere eigentlich seit meiner Kindheit, mein Vater ist ein Fotograf“, sagt der 40-jährige Gartenstädter, der hauptberuflich in der Wirtschaft als Diplom-Kaufmann für erneuerbare Energien arbeitet. Bei Reisen in den Nahen Osten, in den Iran, Vietnam, Kambodscha, aber auch in Hamburg oder in das Dosenmoor zückt er gerne seine Spiegelreflex. Seine besonderen Motive hat er zu verschiedenen Kalendern zusammengestellt, die er mit künstlerischem Anspruch sieht. Seine Art zu fotografieren nennt er daher die „Welt der Fine Art Photography“.

„Meine erste Kamera bekam ich mit zehn Jahren“, sagt Victor Catarcia, der diesen Künstlernamen gewählt hat, weil er italienische Wurzeln hat und „ich beim Fotografieren etwas Anderes sehe und auch bin“. Wenn er loszieht, meistens spontan bei schönem Wetter, und mehrere Stunden auf Fotopirsch ist, fühlt er sich als anderer Mensch: „Fotografieren ist für mich Entspannung, man ist mit sich allein beschäftigt. Es hat etwas sehr Spirituelles, an eiskalten, doch sonnigen Tagen alleine mit meiner Kamera die heimische Natur zu erkunden. Trotz klirrender Kälte das Objekt auf neue spannungsgeladene Motive zu fokussieren, bereitet mir große Freude. Zur Stille der wunderschönen Natur gesellt sich im Verlauf der teils mehrstündigen Wanderungen durch die Winterlandschaft sehr schnell eine innere Ruhe. Es ist genau dieses Wechselspiel mit der Natur, das mich magisch anzieht.“

Er richtet seinen Blick auf Details: „Meine Art zu fotografieren ist eine Art Tunnelblick.“ Daher ist das Abgelichtete auch oft nicht sofort zuzuordnen. Häuserfassaden wirken grafisch, Dosenmoor-Details wie gemalt und in Sepia-Optik. „Die Fotos spiegeln einen Moment wider, vergängliche Momente, einen besonderen Schnappschuss mit einzigartigen Lichtverhältnissen.“ Zu sehen sind Halme in zugefrorenen Seen, Spiegelungen auf Eisflächen und ähnliches. Nicht alles ist abstrakt, auch Landschaftsaufnahmen gehören dazu.

Fünf Kalender, die alle im Internet präsentiert werden und auch dort bestellt werden können, hat er bislang produziert: „Teheran“, „Sizilien“, „Nord- und Ostsee“, „Abstract Modern Urban Jungle“ und „Winterreise ins heimische Dosenmoor“. Das Ausland hat er auf beruflichen Reisen abgelichtet, für den „Urban Jungle“ war er in Hamburg, Berlin, Luxemburg, aber auch in der Carlshütte in Büdelsdorf bei Rendsburg – zu sehen sind zum Beispiel die Tanzenden Türme in Hamburg an der Reeperbahn oder die strukturierten Fassaden des Arcotels. Ausflüge führten ihn an die Meere und ins Dosenmoor – letzteres gerne zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Die unterschiedlichen Lichtverhältnisse sorgen für eine „Spannung per se“. Der Kalender mit der städtischen Architektur kam durch eine Ausstellung im Rahmen des Kunstfleckens 2017 zustande.

Die Kalenderfotos sind alle im Internet zu sehen und können dort per E-Mail bestellt werden; gewählt werden kann auch zwischen verschiedenen Formaten, Fotos werden auch individuell zu Kalendern zusammengestellt (Anfangsmonat frei wählbar, Preise unterschiedlich). Der „Abstract Modern Urban Jungle“ im DIN-A-3-Format ist in der Holsten-Galerie bei Hugendubel zu erhalten (Preis: 19,99 Euro). Die Motive können auch als Originaldrucke, auf Trägermedien wie T-Shirts oder als Foto-Lichtboxen bestellt werden. Im Internet: www.smartistic.eu.

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