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Berufsfeuerwehr : Das letzte Silvester in der alten Wache

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit ein wenig Wehmut, aber entspannt arbeiten heute die Berufsfeuerwehrleute / Nicht immer klappt das gemeinsame Essen und das Anstoßen

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 06:45 Uhr

Es hat schon etwas Geschichtsträchtiges: Nach fast 100 Jahren werden die Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr heute wohl zum letzten Mal einen Silvesterdienst in der alten Zentrale an der Wittorfer Straße antreten. „Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert, sitzen wir in einem Jahr in der neuen Feuer- und Rettungswache im Gefahrenabwehrzentrum. Das ist gerade für langjährige Mitarbeiter schon ein besonderes Gefühl“, sagt der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr (BF), Rainer Scheele, mit etwas Wehmut. Ansonsten sieht er der Arbeit heute gelassen entgegen: „Letztlich ist Silvester für uns kein besonderer Tag, es passiert nur etwas mehr als sonst.“

Wenn der Frühdienst um 15 Uhr nach Hause geht (und am Neujahrstag um 7 Uhr wieder auf der Matte steht), kommt die Spätschicht zum Einsatz. „Das sind 25 Kollegen, davon acht im Rettungsdienst“, zählt Scheele auf. Statt zwei Krankenwagen – wie in normalen Nächten – werden vier unterwegs sein, der Löschzug wird um zwei Mann auf zwölf aufgestockt. Außerdem sind die sieben Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt als Unterstützung in Alarmbereitschaft. „Die sorgen selbstständig dafür, dass pro Wehr immer mindestens neun Mann dienstfähig bleiben und ausrücken können“, erklärt Scheele. Oft sind es vor allem die Papiercontainer- und Mülleimerbrände, die Personal binden. Damit möglichst wenig Schaden entsteht, haben Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums bereits so viele Container wie möglich in den vergangenen Tagen geleert.

In der Einsatzleitstelle der BF sitzen heute drei statt zwei Disponenten. Sie nehmen die Notrufe entgegen und koordinieren die Einsätze. „Üblicherweise ist der Rettungsdienst mit Einbruch der Dunkelheit im Dauereinsatz. Übermäßiger Alkoholkonsum spielt immer eine große Rolle, Brandverletzungen gibt es nicht so viele“, erklärt Hauptbrandmeister Bernd Duus, der schon so einige Silvesterdienste miterlebt hat und heute bis 15 Uhr arbeitet. Aber auch er ist ganz entspannt. „Weihnachten hatten wir über 70 Rettungsdienst-Einsätze, da wird Silvester kaum schlimmer“, sagt er.

Damit zumindest ein wenig Feierstimmung aufkommt, wollen die Mitarbeiter der Spätschicht auch heute wieder versuchen, traditionell gemeinsam zu essen. „Manchmal kochen einige was, manchmal wird auch etwas geliefert“, sagt Rainer Scheele. Doch nicht immer klappt der Plan. Weil das Telefon klingelte, wurde schon so manches Gericht auf dem Teller kalt. Angestoßen wird mit Kaffee, Selter und Cola immer schon zehn Minuten vor Mitternacht. „Denn mit dem Glockenschlag beginnt hier die heiße Phase“, sagt Scheele.

Eine Bitte hat der stellvertretende Chef der Berufsfeuerwehr noch an die Bürger: „Rufen Sie sofort bei einem Feuer oder Unfall die 112, so können wir größere Schäden verhindern.“

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