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Gross Kummerfeld : Das Leben hier war entbehrungsreich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Franz Großekettler stellte seine Chronik über Groß Kummerfeld vor.

Gross Kummerfeld | „Wissenschaft ist das, was Wissen schafft“: Unter dieser Maxime hat sich der Groß Kummerfelder Franz Großekettler in den vergangenen Jahren mit der Geschichte der Gemeinde Groß Kummerfeld beschäftigt. Jetzt liegt der erste Band dieser akribisch gesammelten Fakten zu den Dörfern Groß Kummerfeld, Kleinkummerfeld und Willingrade vor. Behandelt wird darin der Zeitraum der ersten urkundlichen Erwähnung am 11. Juli 1141 bis in das Jahr 1805.

„Für mich ist es wichtig, diese Arbeit als wissenschaftliche Aufgabe zu betrachten. Es finden sich in der Chronik also nur Angaben, die durch Dokumente und Einträge in die damaligen Aufzeichnungen belegt sind“, erklärte der 77-jährige Oberstudienrat a. D., der ehemals Geschichte und Englisch an der Holstenschule in Neumünster unterrichtete.

Unzählige Stunden hat der Historiker dazu allein im Landesarchiv in Schleswig verbracht. Dort fahndete er nach den Wurzeln der ländlichen Ansiedlungen, in der zwar keine historisch bedeutenden Ereignisse stattfanden, und in der dennoch Menschen in ihrem alltäglichen Tun an den Entwicklungen in der Region stetig mitgewirkt haben.

Zahlreiche Gründungsurkunden und Handschriften, die von Großekettler teils aus dem Lateinischen in großer Fleißarbeit übersetzt wurden, zeugen davon. Zu den besten Quellen nach der Einführung einer Verwaltung zählen allerdings zudem die sogenannten Erdbücher.

„Um den Zehnten von den Einwohnern einzutreiben, wurde deren Besitz peinlich genau dokumentiert. Jede Kuh, jedes Stück Land und jede Wohnstatt wurde hier erfasst, um die Steuern festzulegen“, berichtete der Chronist. „Die Menschen hier hatten kein einfaches Leben. Es war mühsam und entbehrungsreich. Dennoch sind viele Familien, wie zum Beispiel die Butenschöns hier seit der mehreren Jahrhunderten ansässig“, erzählte er weiter.

Sozusagen bei Großekettler „in Auftrag“ gegeben hatte die Gemeinde die Chronik. Entstanden ist die Sammlung jedoch ausschließlich in Ehrenarbeit. Herausgebracht hat der Dorfchronist die Geschichte seiner Wahlheimat jetzt im Selbstverlag. Doch Bürgermeister Jörg Wrage, der sich gleich ein Exemplar (zum Preis von 20 Euro) sicherte, versprach: „Natürlich übernimmt die Gemeinde die Druckkosten. Wir sind ja froh und dankbar, dass sich jemand dieses Themas angenommen hat.“

Franz Großekettler hat seine Arbeit jedoch nicht abgeschlossen. In seinen aktuellen Recherchen beschäftigen ihn schon die Daten und Fakten nach 1805 bis in die Gegenwart. „Mal sehen, wie weit ich komme. Die Quellen sind zwar besser, aber ich werde ja auch nicht jünger“, sagte er schmunzelnd.

Für weitere Auskünfte sowie den Erwerb der Chronik können sich Interessierte direkt an den Autor unter Tel. 0 43 93/7 51 wenden.






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erstellt am 22.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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