Das Krankenhaus setzt verstärkt auf Selbsthilfe

Bedeutung der Selbsthilfe im Krankenhaus: Rund 100 Menschen lauschten den Vorträgen im Patientencafé des Friedrich-Ebert-Krankenhauses. Foto: steinhausen
Bedeutung der Selbsthilfe im Krankenhaus: Rund 100 Menschen lauschten den Vorträgen im Patientencafé des Friedrich-Ebert-Krankenhauses. Foto: steinhausen

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01. November 2010, 06:09 Uhr

neumünster | Das Selbsthilfeforum am Sonnabend war der Startschuss für ein "selbsthilfe-freundliches" Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Das FEK, die Zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe des DRK und die Selbsthilfegruppen in Neumünster machen gemeinsame Sache, um Menschen bei verschiedenen Erkrankungen und Problemen noch mehr Halt zu geben.

"Einige Mitarbeiter des FEK wissen, dass es Selbsthilfegruppen gibt und weisen Angehörige und Patienten auch darauf hin. Es ist aber nicht flächendeckend", sagte FEK-Pflegedienstleiter Christian de la Chaux. Das soll sich mit der Kooperation ändern. In den Selbsthilfegruppen geht es um den Austausch untereinander. "Es ist wichtig, dass die Betroffenen sehen, sie sind nicht alleine mit ihrer Krankheit", so DRK-Vorstand Oliver Bürgel. Das bestätigte Heike Norda, Sprecherin der Selbsthilfegruppen in Neumünster. Nach einem Fahrradunfall wurde sie mehrfach operiert. "In einer OP wurde mir ein Nerv durchtrennt. Seitdem leide ich an chronischen Schmerzen", erzählte sie. Solche Leiden können noch weitere Folgen mit sich bringen. "Viele Menschen werden depressiv, weil sie auf sich alleine gestellt sind. Selbsthilfegruppen fangen einen dort auf, lenken von den Krankheiten ab, man wird aktiver und hat wieder mehr Freude am Leben", berichtet Heike Norda. Die Aktiven in den Selbsthilfegruppen seien auch echte Experten, was ihre Krankheit angeht. "Sie sind nicht selten besser informiert als viele Mediziner", sagte auch de la Chaux.

Seit Anfang des Jahres fanden vier Treffen statt. Im kommenden Jahr soll die Selbsthilfe dann in die Arbeitsabläufe des FEK implementiert werden. "Ab 2011 wird auch jedes Jahr ein Preis an die selbsthilfefreundlichste Abteilung verliehen", hieß es. Die Idee einer solchen Kooperation zwischen Selbsthilfe und Krankenhaus entstand 2004 in Hamburg. In Schleswig-Holstein gab es so etwas bisher nicht.

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