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Mädchen-Musikzug : Das Konzert in Boostedt soll zum festen Termin werden

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erstmals musizierte das Orchester in der ehemaligen Kirche am Dannbarg.

„Musik ist Trumpf“ hieß es in der ehemaligen Kirche am Dannbarg, als der Mädchen-Musikzug Neumünster zu seinem ersten Konzert in Boostedt lud. Deutschlands einziges Mädchenblasorchester unter der Leitung von Hans-Georg Wolos vergnügte 80 Besucher über zwei Stunden mit einer perfekt dargebotenen musikalischen Mischung. Klassiker wie „Puttin’ on the Ritz“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ wurden ebenso eindrucksvoll präsentiert wie die Filmmusiken zu „Hawaii Five- 0“ und „Pirates of the Carribbean“: „Film und Musical sind Schwerpunkte bei uns, weil die Mädchen das gern spielen“, erläuterte Wolos, der das Konzert abwechselnd mit der Geschäftsführerin Gerlinde Gullert moderierte.

„Bei den ,Magnificent Seven‘, also den ,Glorreichen Sieben‘, können wir richtig gut abfetzen!“ freuten sich die Tubistinnen Angelina Kirsch (25) und Chantal Hoops (14). Aber auch bei den Zuschauern wird mit dieser Mischung der richtige Ton getroffen: „Das Lied aus ,Herr der Ringe‘ hat mir am besten gefallen“, sagte Gerda Röseler (53) aus Hasenmoor. Ohne technische Verstärkung spielten die Musikerinnen melancholische, russische Melodien genauso imponierend wie Ennio Morricones Westernklassiker, in denen eine Trompeterin ihrem Instrument sogar Pferdewiehern entlockte.

Um das musikalische Niveau zu halten, hat jede der derzeit 31 Musikerinnen, von denen die Jüngste elf Jahre alt ist, nach einer einjährigen Ausbildung eine Prüfung abgelegt. Aber nicht nur die Liebe zur Musik hält die Mädchen zusammen: „Die Freundschaften, die Reisen, ich könnte tausend Sachen aufzählen“, sagte Jana Kröger (24) begeistert, die seit acht Jahren Querflöte spielt.

Um den ausgefallenen Ort des Konzerts – die mit Buntglas versehene Trauerhalle hat das Bestattungsinstitut Schlüter kostenfrei zur Verfügung gestellt – hat sich der Boostedter Detlef Emmerlich (52) gekümmert. Er ist nicht nur Freund und Nachbar des Hallen-Eigentümers, sondern auch Vater einer Musikerin und betreut die Gruppe in handwerklichen und organisatorischen Fragen seit Jahren: „Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen vor Aufregung“, bekannte er. Die Aktion hat sich gelohnt: Da die Halle dem Orchester einen bemerkenswerten Klangraum bietet, hat sich der Besitzer bereit erklärt, das Konzert zu einer regelmäßigen, jährlich stattfindenden Einrichtung werden zu lassen.

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erstellt am 20.Feb.2014 | 06:30 Uhr

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