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Nortex : „Das Konzept ist doch längst aufgeweicht“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kai Först von Nortex verteidigt die geplante Umstellung der Sortimente. Das DOC hat dem Modehaus ein Umsatzminus eingebracht.

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erstellt am 13.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Kai Först aus der Geschäftsführung des Modehauses Nortex hat sich über den gestrigen Courier-Bericht über die so genannte „Lex Nortex“ geärgert. „Die Argumente des Einzelhandelsverbands und der IHK gehen ins Leere. Nicht unsere Wünsche nach Erweiterung der Sortimente weichen das Einzelhandelskonzept (EHK) auf, sondern die Stadt hat es längst getan, weil sie die Erweiterung des DOC und die Holsten-Galerie mit zusammen 28 000 Quadratmetern Verkaufsfläche genehmigt hat. Die stehen in dem Konzept nämlich gar nicht drin“, sagt Först.

Die Pläne der Firma Nortex schaffen dagegen keine zusätzliche Verkaufsfläche, sondern sollen nur innerhalb der Sortimente umschichten. Nortex möchte Schuhe künftig auf 1600 Quadratmetern anbieten (jetzt 800) und auf 800 Quadratmetern Parfümerie/ Drogerie verkaufen dürfen. Dem benachbarten Edeka-Markt sollen künftig rund 2200 Quadratmeter (bisher 1700) für Getränke zugestanden werden. Am Dienstag fällt im Rat die Entscheidung. Einzelhandelsverband und IHK hatten vor der „Lex Nortex“ gewarnt, weil die Stadt damit die gesamte Steuerung des Handels aus der Hand gäbe.

Först sieht auch nicht, dass bei Ex-Lekkerland und an der Rendsburger Straße zusätzliche Handelsflächen entstehen könnten. „Wir sind hier ein Sonderstandort für Einzelhandel, die anderen Flächen sind es nicht. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.“

Nortex möchte die Auswahl bei Schuhen der seiner anderen Sortimente anpassen. „Das muss zueinander passen. Wir wollen und müssen uns da breiter aufstellen – und würden damit auch dem Oberzentrum Neumünster helfen, weil wir weitere Kunden in die Stadt locken“, sagt Först. Drogerie/Parfümerie sei eine wichtige Abrundung seiner Sortimente und bislang im südlichen Neumünster gar nicht vorhanden.

Für Först und Nortex ist die Entscheidung sehr wichtig. „Es ist dringlich, weil das DOC uns Umsatzverluste im hohen einstelligen Prozentbereich gebracht hat. Wir müssen reagieren“, sagt Först und: „Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg.“

Den hat SPD-Fraktionschef Uwe Döring gestern noch einmal bestätigt. Im Hinblick auf die Kritik von EHV und IHK meint er: „Zurzeit wird sehr viel Unzutreffendes verbreitet. Es ist falsch, dass Ausnahmen vom Einzelhandelskonzept beschlossen werden sollen. Bei der Fortschreibung soll der Sortimentstausch von Nortex aber eingearbeitet werden.“ Parfümerie und Getränke seien nicht relevant für die Innenstadt, und es gebe auch keine Vergleichbarkeit mit dem Freesen-Center und Möbel Brügge.

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