Jubiläum : Das KIN-Lebensmittelinstitut wird 50 Jahre alt

Stadtpräsident Walter Jansen (von rechts) legte mit Kultusminister Professor Dr. Braun und Hermann Stock am 10. November 1972 den Grundstein für den KIN-Neubau an der Wasbeker Straße 324.
Stadtpräsident Walter Jansen (von rechts) legte mit Kultusminister Professor Dr. Braun und Hermann Stock am 10. November 1972 den Grundstein für den KIN-Neubau an der Wasbeker Straße 324.

Es war ein weiter Weg vom privaten „Konserven-Institut Neumünster“ zur staatlich anerkannten Fachschule mit Labor und Technikum.

von
27. Juli 2015, 06:30 Uhr

Neumünster | Ein Aushängeschild der Stadt feiert runden Geburtstag: Das KIN-Lebensmittelinstitut an der Wasbeker Straße 324 wird 50 Jahre alt. Gefeiert werden soll das Jubiläum mit einem Festakt und Technologieforum.

Hans-Peter Skrobisch (68) war 36 Jahre lang Lehrer an der KIN-Fachschule für Lebensmitteltechnik und ist heute auch im Ruhestand noch als Honorarkraft tätig. „Ich bin ja damals noch in der F0-Werkstraße groß geworden“, sagt er. Die Bezeichnung stammt vom KIN-Vorstand Hermann Stock und meint die Stichstraße von der Kieler Straße zum damaligen Institutsgebäude. Das Kürzel KIN stand für Konserveninstitut Neumünster und war eine Gründung von Unternehmen der Lebensmittelindustrie, Maschinenbauern wie Stock, Firmen aus der Verpackungsindustrie aber auch Fleischverarbeitungsbetrieben oder Fertiggerichtherstellern.

Die erst private, dann 1970 staatlich anerkannte Fachschule mit angeschlossenem Labor und Technikum wuchs. Weitere Räume in ganz Neumünster wurden angemietet. Am 10. November 1972 wurde dann an der Wasbeker Straße der Grundstein für den Neubau gelegt, der 1976 feierlich eingeweiht wurde.

„Das KIN ist als Campus mit Internat, Fachschule, Technikum und Labor konzipiert worden. In dieser Kombination ist es einmalig“, sagt Michael Benner. Der Tierarzt ist Leiter der Qualitätssicherung im Technikum und seit 1986 dabei. Mehr als 2300 Fachschüler haben bisher am KIN ihre Ausbildung zum Lebensmitteltechniker absolviert. „Wir strahlen damit bundesweit aus“, sagt der Institutsleiter Axel Graefe.

Der KIN-Verein fungiert als Träger der Fachschule für Lebensmitteltechnik, die berufliche Weiterbildung, das Wohnheim und die Mensa. Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb mit dem Technikum und Labor ist unter dem Dach der KIN-GmbH gebündelt, die so als Dienstleister für die Lebensmittelindustrie tätig wird. Benner: „Wir arbeiten heute als externe Qualitätssicherung für unsere Kunden.“ Ein weiteres Standbein ist das Sachverständigenwesen im Lebensmittelrecht.

Die KIN-GmbH beschäftigt 31 Mitarbeiter, der Verein 25. Dazu kommen noch 14 Honorarkräfte. Technisch und fachlich ist das KIN stets auf der Höhe der Zeit geblieben. „Haltbarmachung bedeutet heute nicht nur pasteurisieren und sterilisieren, sondern auch Mikrowellentechnologie“, sagt Benner.

„Das KIN ist angesichts des drohenden Fachkräftemangels eine Expertenschmiede und ein Aushängeschild für Neumünster“, sagt Axel Graefe und nennt die Einrichtung auch einen „Türöffner für die erhoffte Hochschulanbindung“. Das KIN kooperiert hier mit der FH Flensburg, der Steinbeiß-Stiftung und der Kieler Uni.

Eine Anekdote aus den 1990er-Jahren weiß Michael Benner noch zu berichten. Für einen Auftritt auf der Lebensmittelmesse Anuga hatten KIN-Schüler eine klassische Erbsensuppe produziert. Benner: „Sie haben sich aber beim Salz um den Faktor 10, also eine Kommastelle, verrechnet. Der damalige Wirtschaftsminister Bernd Rohwer probierte tapfer und ließ sich nichts anmerken. Wir haben daraufhin das Prüfungsfach Fachrechnen eingeführt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen