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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 13:06 Uhr

Stadthalle wird 30 : Das Jahrhundertereignis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor genau 30 Jahren wurde die Stadthalle eröffnet. Die Planung zog sich 82 Jahre hin. Ein Blick in die Geschichte.

von
erstellt am 06.Feb.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Geschichte der Stadthalle beginnt am 7. April 1904. An diesem Tag beschlossen die Stadtväter, die Überschüsse der Spar- und Leihkasse aus dem Vorjahr zum Bau einer Stadthalle auf einem Sparkassenbuch anzulegen. Doch Weltkriege und Inflation ließen die Stadtväter die Prioritäten ändern. Der Traum von einem richtigen Theater und großen Veranstaltungsräumen in der Innenstadt kam aber immer wieder hoch. Gebaut wurde dann von Mai 1983 bis zur Eröffnung am 7. Februar 1986 – also vor genau 30 Jahren.

Zuvor gab es aber noch unendliche politische Debatten und Zerwürfnisse innerhalb und außerhalb der Parteien. Immer wieder wurde ab den 1970er-Jahren neu über die Frage diskutiert, ob nun der Bau einer Stadthalle oder der eines neuen Rathauses wichtiger sei. 1979 gab es immerhin einen Architektenwettbewerb, aus dem der Entwurf der Dänen Knud Holscher und Sven Axelsson als Sieger hervorging.

Gebaut wurde aber noch lange nicht, denn zwischendurch ging der Stadt wieder das Geld aus. Im November 1981 wurde als Kompromiss im Rat beschlossen, jeweils nur den ersten Abschnitt von Stadthalle und Rathaus zu bauen. So kam es dann auch. Der zweite Abschnitt der Stadthalle wurde quasi als Museum Tuch+Technik viele, viele Jahre später errichtet, und im Rathaus wartet man bis heute auf den zweiten Teil. Die Stadthalle wurde zum Festpreis von 46,85 Millionen Mark gebaut und wurde drei Monate vor Termin an die Stadt übergeben. Ein Großteil des Auftragsvolumens (35 Millionen Mark) floss an 38 Unternehmen aus Neumünster. Eröffnet wurde die Stadthalle am 7. Februar 1986 um 16 Uhr mit 500 geladenen Gästen im Theatersaal. Stadtpräsident Christian-Friedrich Peter erhielt vom Generalunternehmer Rudi May den symbolischen Schlüssel überreicht – mit dem augenzwinkernden Hinweis: „Einen weiteren Schlüssel habe ich noch im Büro, der ist für den zweiten Bauabschnitt bestimmt.“

Oberbürgermeister Dr. Uwe Harder, der lange und hart für den Bau gekämpft hatte, bezeichnete die Einweihung als „Jahrhundertereignis für Neumünster, als in Architektur und Stein geformte Selbstdarstellung und -behauptung dieser Stadt“. Ministerpräsident Uwe Barschel lobte als Festredner den Mut der Neumünsteraner und rief aus: „Es lohnt sich, in Neumünster zu leben!“ Dann traten das NDR-Tanzorchester, die Niederdeutsche Bühne, der Holstein-Chor, die Tanzschule Prasse auf, bevor die Jazzband „4+2“ übernahm und bis zum Morgen aufspielte.

Einen Tag später, am 8. Februar, wurde vor ausverkauftem Haus die Oper Aida aufgeführt. Und am 9. Februar eroberten die Neumünsteraner ihre Stadthalle bei einem Tag der offenen Tür – und lobten sie allseits. Mayor Frank Gibson aus der Partnerstadt Gravesham fand sie gar „wonderful“.

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