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Rickling : Das Jahresfest zog 10 000 Besucher an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Aktionen für jedes Alter. Vermehrt Migranten suchen Hilfe im psychiatrischen Zentrum.

Rickling | Jubel, Trubel, Heiterkeit: Trotz des bedeckten Himmels strömten rund 10 000 Besucher auf das Gelände des Psychiatrischen Zentrums in Rickling, um sich auf dem Jahresfest zu vergnügen.

Unter dem Motto „einander begegnen“ hatten die Mitarbeiter des Landesvereins für Innere Mission dazu wieder ein großes Programm auf die Beine gestellt. „Hier ist es einfach immer super“, lobte Siegfried Jablonski (51) aus Klein Gladebrügge, der das Fest schon mehrfach besuchte, das Angebot.

Neben zahlreichen kulinarischen Leckereien aus aller Welt wurden an den Ständen kunsthandwerkliche Erzeugnisse vielerlei Art präsentiert. Fündig wurde hier auch Elisabeth Turner (49). „Ich wollte schon immer so einen Zaunkieker haben“, sagte die Neumünsteranerin, die das erste Mal das Fest besuchte.
Auch das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm sorgte für gute Laune unter den Gästen.

Die Verkaufsausstellung, in der unter anderem die Werkstätten des Eiderheims und Erlenhofes, die Fleischerei des Landesvereins und die Segeberger Wohn- und Werkstätten ihre Erzeugnisse anboten, konnten Interessierte zudem Gemüse, Näharbeiten und viele andere schmackhafte, hübsche und praktische Dinge erwerben.
„Wenn wir hierherkommen, finden wir immer etwas und an Unterhaltung fehlt es ja auch nicht“, freute sich Carina Menzel (34) aus Bad Bramstedt, die gemeinsam mit ihrer Mutter Andrea Schmidt (56) über das Gelände bummelte.

Besondere Beachtung bei den Besuchern fand die Ausstellung „Kisten voller Leben – ver-rückte Biografien“, in der zwölf Psychatrieerfahrene Erinnerungskisten zu ihrer eigenen Geschichte präsentierten. Darunter auch die von Karin Wellermann (67), die von ihrer Freundin Karin Hille-Tode (71) bei dem Projekt begleitet wurde. Die beiden Frauen kennen sich seit 40 Jahren. Vieles haben sie gemeinsam erlebt und erlitten. „Doch die Krankheit hat in unserer Freundschaft nie eine Rolle gespielt“, bestätigten die beiden lachend den Titel ihrer Erinnerungskiste.

Migranten und junge Rentner suchen Hilfe in Rickling


Der Landesverein für Innere Mission erschließt ständig neue Gebietet, dazu gehört zum Beispiel die Betreuung von Migranten. Das ging aus dem Jahresbericht hervor, der im Psychiatrischen Zentrum in Rickling vorgestellt wurde.

„Stark ansteigende Nachfragen verzeichnen wir unter den Migranten. Hier hat sich herumgesprochen, dass wir über mehrsprachiges Personal verfügen. Zudem kommen immer mehr junge Pensionäre zu uns. Hieran merkt man deutlich, dass es heute eine größere Offenheit gegenüber psychischen Erkrankungen gibt“, erläuterte Geschäftsführer Claus von See.

Weiter am Ball bleiben will der Landesverein in seinem Bestreben, ein speziell für Menschen mit türkischem Migrationshintergrund zugeschnittenes Angebot auf den Weg zu bringen. „Der Bedarf ist hier enorm, aber die Gespräche im Ministerium und mit den Kassenverbänden verlaufen eher zäh“, erklärte Gilde dazu.

„Die hohe Nachfrage nach den Leistungen des Krankenhauses bestätigt die Akzeptanz der Einrichtung. Eine regelmäßige Überlegung der budgetierten Belegungszahlen birgt jedoch auch finanzielle Herausforderungen. Deshalb ist es positiv, dass die Planbettenzahl durch das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium nun um 20 Plätze auf nunmehr 302 Betten erhöht wurde“, erklärte Pastor Rüdiger Gilde, Direktor des Landesvereins, zur Situation des Krankenhauses.

Bei der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe (ATS) in den Kreisen Segeberg und Plön hat der Landesverein den Zuschlag bekommen. „Allerdings mussten wir durch den Zuschnitt der Gebiete die Region Bornhöved, Rickling und Trappenkamp aufgeben“, sagte Gilde. Hier besteht jetzt Planungssicherheit bis 2019. Nicht von der Neuordnung betroffen ist die Schulsozialarbeit. Hier arbeitet der Landesverein mittlerweile mit acht Schulträgern zusammen.

Freuen konnte sich Gilde über eine weiterhin gute Auftragslage in den Werkstätten für Behinderte. Und manchmal gelinge es sogar, Beschäftigte auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. „Ein junger Mann, der zunächst ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb machte, begann dort schließlich eine Ausbildung und schloss diese erfolgreich ab. Heute arbeitet er als Geselle“, erzählte Gilde. „Ich hoffe, dass sich die Betriebe zukünftig diesen Menschen öffnen und sich die bestehenden Kontakte zu den Kammern weiter entwickeln“, erklärte Claus von See.







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