Karstadt : „Das ist nicht nur für Mitarbeiter ein Drama“

Das Luftbild verdeutlicht die Dimensionen: Nur einen Steinwurf entfernt liegt das Karstadt-Haus (links) vom Rohbau der Holsten-Galerie auf der anderen Seite des Teichs. Nicht nur die IHK mahnt eine schnelle Nachnutzung der Immobilie, wenn Karstadt auszieht.
Das Luftbild verdeutlicht die Dimensionen: Nur einen Steinwurf entfernt liegt das Karstadt-Haus (links) vom Rohbau der Holsten-Galerie auf der anderen Seite des Teichs. Nicht nur die IHK mahnt eine schnelle Nachnutzung der Immobilie, wenn Karstadt auszieht.

Reaktionen aus Handel und Politik zur Schließung des Warenhauses am Großflecken.

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13. Mai 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | Das Aus für Karstadt in Neumünster kündigte sich seit langem an, dennoch sorgte die Nachricht am Dienstag in der Stadt für Beklemmung. Rund 100 Mitarbeiter des Traditionskaufhauses verlieren ihren Job. Handel und Politik richten den Blick dennoch nach vorn. Der Courier fing Reaktionen ein:

Christian Stamerjohanns, Pressesprecher ECE: „ECE bedauert die Entwicklung. Wir hätten mit Karstadt gern einen starken Partner gehabt, denn wir wünschen uns Vielfalt im Kernbereich der Stadt. Leerstand ist nicht gut, das zieht jeden Standort runter. Für die Karstadt-Mitarbeiter gibt es sicher Möglichkeiten, neue Stellen zu finden, vielleicht auch in der Holsten-Galerie. Sie sind gut qualifiziert und haben lokale Kenntnisse. Das ist ein Vorteil. “

Gerd Grümmer, Einzelhandelsverband: „Für die Menschen hier ist die Karstadt-Schließung eine Katastrophe. Die Sortimentsvielfalt wird in dieser Lage fehlen. Langen Leerstand wird es wohl nicht geben. Die Frage ist allerdings, wer sich dort ansiedelt.“

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Kirsten Eickhoff-Weber, SPD-Kreisvorsitzende: „Die Schließung des Standorts ist nicht nur für die rund 100 Mitarbeiter dramatisch. Offensichtlich hat der Karstadt-Konzern kein Vertrauen in die viel beschworenen Synergieeffekte mit dem Einkaufszentrum auf dem Gebiet des ehemaligen Sager-Geländes in direkter Nachbarschaft. Leider haben sich unsere Befürchtungen der letzten Jahre nun bewahrheitet. Für den Großflecken bedeutet die Schließung eine weitere erhebliche Schwächung, die es zu verkraften gilt.“

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Lutz Kirschberger, IHK Neumünster und Rendsburg: „Es ist bereits jetzt dringend geboten, dass sich die Stadt Gedanken über Konzepte für eine Nachnutzung des Karstadt-Areals macht. Das ist notwendig, weil sich diese markante Immobilie direkt im Übergang vom Großflecken zur Holsten-Galerie befindet. Unbedingt sollte hierzu Kontakt zu den Immobilieneigentümern aufgenommen werden.“

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Ulf Michel, Unternehmensverband: „Eine traurige Nachricht, die sich aber bereits seit Jahren abzeichnete. Umso wichtiger für die Stadt, dass sie mit der Holsten-Galerie ein neues, starkes Zugpferd im Handel bekommt.“

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