zur Navigation springen

Werk ist fertiggestellt : „Das ist eine wirkliche Herzensbibel“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bürgerbibel ist 361 Seiten stark. Einsendungen kamen vom Kleinkind bis zur Seniorin.

Neumünster | Sie ist in einem warmen Dunkelrot eingebunden und 361 Seiten stark: Die Bürgerbibel ist fertig. Pastorin Simone Bremer und Pastorin Angelika Doege-Baden-Rühlmann werden das einzigartige Werk im Rahmen des Festgottesdienstes zur 888-Jahr-Feier am Sonntag, 26. April, um 10 Uhr an den Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras überreichen. „Das ist eine wirkliche Herzensbibel geworden“, sagt Simone Bremer erfreut.

Etwa 70 Menschen aus Neumünster und dem Umland haben ihre persönlichen Lieblingsstellen aus der Bibel seit dem vergangenen Jahr eingeschickt; Redaktionsschluss war Mitte Februar. „Wir sind glücklich, dass die Bibel so umfangreich geworden ist und freuen uns, sie feierlich überreichen zu können“, sagen die Kirchenfrauen. „Die Jüngste war ein dreijähriges Mädchen, das ein Bild gemalt hat, und eine 97 Jahre alte Frau in einem Heim ist die älteste Schreiberin“, sagen die Pastorinnen. Nennen dürfen sie keinen Namen; nur einen Prominenten: „Der Oberbürgermeister hat die Genesis geschrieben, das erste Kapitel und den ersten Vers des zweiten Kapitels.“ Da alle Einsendungen nach ihrer Position in der Luther-Bibel sortiert sind, steht der OB-Beitrag an erster Stelle: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Die Bürgerbibel ist vielsprachig – es gibt Beiträge in Englisch, Französisch, Rumänisch, Polnisch, Russisch, sogar in Hebräisch und Kisuaheli. Eine Schrift können die Pastorinnen nicht identifizieren – es könnte Sunnitisch oder Keilschrift sein. Nicht alle Bibelstellen sind enthalten, aber das Psalter (Buch der Psalmen), das 150 Psalmen umfasst, ist fast vollständig abgebildet. Daneben wurden sowohl Verse aus dem Alten und Neuen Testament abgeschrieben. „Wir haben auch Doppelungen zugelassen. Sehr beliebt ist der Psalm 23“, sagt Simone Bremer und zitiert: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Auch das Hohelied der Liebe (Korinther 13) ist sehr beliebt („Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“) Diese Verse illustrierte eine 13-Jährige mit einem Herz.

Besonders berührt haben die Pastorinnen die zahlreichen liebevollen Gestaltungen. So verzierte eine Schreiberin den Psalm 91 passenderweise mit einem fröhlichen Engel („Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie Dich auf Händen tragen“); eine Bibelstelle über Zachäus 1 umrahmte eine 17-Jährige mit bunten Leuchttürmen.

„Manche Schreiber haben auch persönliche Anmerkungen beigefügt. Sie haben ausdrücklich der Veröffentlichung zugestimmt“, sagt Pastorin Bremer. So erzählt eine 68-jährige Frau, die das Zitat „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit“ einschickte, wie sie nach zehn Jahren im Beruf arbeitslos wurde und es kaum Hoffnung auf einen neuen Arbeitsplatz gab, da sie schon älter war. „Ich habe dann per Zufall in Hamburg doch einen Arbeitsplatz bekommen“, schildert die Frau ihr persönliches kleines Wunder. „Viele haben auch erzählt, dass sie beim Blättern in der Bibel einfach weitergelesen und so einen neuen Zugang zu Gottes Wort gefunden haben“, erzählt Simone Bremer.

Es gibt auch Kunst aus Neumünster in der Bibel: Hilmar Friedrich hat zu Johannes 17-30 – „Die Kreuzigung“ – und zum Hohelied Salomons zwei Bilder erschaffen. Darüber hinaus versammelt ein weiterer Anhang Einsendungen, die Bibelstellen nicht direkt zugeordnet werden konnten, aber trotzdem veröffentlicht werden sollen. Dort sind beispielsweise Gebete über Engel, das Vaterunser und schwedische Taufsprüche abgedruckt.

Einsehen können Bürger die Bibel nach dem Festgottesdienst in der Vicelinkirche. Danach wird sie zwei Monate lang im Rathaus-Foyer mit wechselnd aufgeschlagenen Seiten ausgestellt. „Dann wird die Bibel durch die Kirchengemeinden wandern. Es gibt neben dem Original noch zwei weitere Exemplare als Farb-Sicherheitskopien – eines für die Vicelin- und eines für die Anscharkirchengemeinde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen