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Geflügelzucht : Das Huhn im Garten ist im Trend

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Rassegeflügelzuchtverein Einfeld präsentierte am Wochenende ausgezeichnete Tiere und erhielt sehr viel Zuspruch.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Das Interesse an Hühnern, Enten und Gänsen wächst. Das zeigen allein die stetig wachsenden Besucherzahlen der jährlich stattfindenden Vereinschauen beim Rassegeflügelzuchtverein Einfeld und Umgebung von 1949. „Heute konnten wir bereits in den ersten beiden Stunden über 150 Gäste begrüßen“, berichtete Dodo von Ahrentschildt am Sonnabend. „Und erfahrungsgemäß ist der Sonntag unser publikumsstärkere Tag“, erklärt sie.

Die Frau des Vereinsvorsitzenden muss es wissen. Schließlich organisiert sie bereits seit Jahren gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern das Kaffee- und Kuchenbuffet am Eingang der Ausstellung. Ein Blick in die Halle bestätigte ihre Einschätzung. Dicht gedrängt bestaunten zahlreiche Besucher die mehr als 200 ausgestellten Vögel. Von blauen Puten mit imposanten Schwellkörpern über Zwerg-Seidenhühner mit Bart und Pfeifgänsen in verschiedenen Farben bis hin zu schwarzen Zwerg-Strupphühnern und weißen Mandarinenten – in den Hallen der Gärtnerei Stüber, wo die Vereinsschauen traditionell stattfinden, kam jeder auf seine Kosten.

Siggi Hildebrandt hatte sein Herz bereits verschenkt. Bewundernd stand der Neumünsteraner vor einem Käfig mit gelben Zwerg-Seidenhühnern. „Vor drei Wochen habe ich mir die zwei Seidenhühner und den passenden Hahn gekauft. Meine Frau und ich finden sie total hübsch. Heute bin ich hier, um sieben weitere Hühner zu holen. Neun Hühner und ein Hahn. Uns reicht das. Wir haben unseren Spaß an den Vögeln. Die bekommen alle einen Namen und bleiben dann so lange bei uns, bis sie umfallen. In den Kochtopf kommt keiner von denen“, verspricht Hildebrandt.

Ein ebenso großes Interesse am Geflügel, wenn auch ganz anderer Art, hatte Claus Morgner. Der Neumünsteraner Züchter stellte am Wochenende seine Bielefelder Zwerg-Kennhühner zur Schau. Nachdem seine Hühner am Vormittag bereits unter den kritischen Augen der ausgebildeten Preisrichter gut abgeschnitten hatten, diskutierte Morgner nun mit Willi Sinterhauf. Fachmännisch untersuchte der 1. Vorsitzende vom Rassegeflügelzuchtverein Konkordia von 1897 die Streifung des Gefieders und verwies auf die braunen Flecken. „Das nennt man unter Fachleuten ,Rost‘“, merkte Sinterhaufen an. „Für die Höchstnote muss das noch raus gezüchtet werden.“

Nebenan blickten Karin und Harald Deger versunken auf zwei Zwerghühner. „Wir spielen mit dem Gedanken, uns wieder Hühner anzuschaffen“, erzählte die Bordesholmerin. „Leider haben wir Kleintierzüchter keine große Lobby“, meinte ihr Mann. „Heutzutage will jeder Natur, aber keiner mag den Krach, den Hühner nun mal machen, vom Mist im Nachbarsgarten ganz zu schweigen“, so die Erfahrungen des gelernten Wirtschaftsgeflügelzüchters. Diese Einschätzung scheint sich gerade zu ändern. Auf der Einfelder Vereinsschau waren erstaunlich viele junge Familie auf der Suche nach Informationen zur Hühnerhaltung unterwegs. In Zeiten von Massentierhaltung hat ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Menschen legen Wert auf eine gesunde Ernährung. Auch beim Frühstücksei.



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