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Keine gute Ernte : Das Honig-Jahr 2015 war mäßig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Blütezeit von Raps und Obst war es zu kalt. Im Sommer war es etwas besser. Das Jakobskreuzkraut bleibt ein Thema für Imker.

Neumünster | Für die Imker ist das Erntejahr fast abgeschlossen. Das Resümee zum Honig-Jahrgang 2015 fällt unter den Imkern dabei geteilt aus: „Der Ertrag beim Rapshonig war mies. Während der Blütezeit von Raps und Obst war es zu kalt, sodass die Bienenvölker nicht sehr aktiv waren. Viele Imker brachten deshalb nur eine geringe Frühjahrstracht ein“, berichtete Klaus Burmeister (80), Vorsitzender des Imkervereins Neumünster.

Der Ertrag der Sommertracht ist dagegen besser ausgefallen. „Ich bin zufrieden, aber berauschend war das Jahr hier auch nicht“, erzählte auch Jürgen Wiedmann (75), der seine Bienenstöcke im Raum Großenaspe stehen hat.

Fortgesetzt hat sich in diesem Jahr leider auch das Völkersterben. Verluste von bis zu 70 Prozent mussten die Imker hinnehmen. Neben der hartnäckigen, seit Jahren auftretenden Varroa-Milbe setzte ihren Bienen dabei vor allem zu, dass das Angebot nicht mehr so vielfältig ist wie früher. „Die Monokulturen im Ackerbau führen zur einseitigen Ernährung der Bienen und machen sie anfällig und krank. Da ist es bei den Bienen genauso wie beim Menschen“, erläuterte Wiechmann.

Aber auch die anhaltende Diskussion über die gesundheitsgefährdenden Pyrrolizidinalkaloide (PA), die unter anderem über das Jakobskreuzkraut in den Honig gelangen, machen den Imkern das Geschäft schwer. „Diese Diskussion ist unsäglich, denn das Jakobskreuzkraut ist bei den Bienen nicht einmal sonderlich beliebt. Und Mitte Juli, wenn das Kraut in voller Blüte steht, geht für uns die Zeit der Honigernte eigentlich zu Ende“, erklärte der Großenasper. Dennoch gebe es die Empfehlung, den Honig vor der Blüte des Krauts abzuschleudern.

Große Umsicht ist schon bei der Standortwahl für die Bienenstöcke nötig. „Wenn ich irgendwo einen größeren Bestand des Jakobskreuzkrautes sehe, bleibe ich da weg. Da die Bienen aber drei bis vier Kilometer weit fliegen, kann man natürlich die Aufnahme von Nektar aus diesen Pflanzen nie ganz ausschließen. Aber eine Gefahr für Menschen durch den Verzehr sehe ich nicht“, erklärte Wiechmann.

„Viele Imker lassen ihren Honig jetzt auf den PA-Gehalt untersuchen. Bei meinem Honig aus dem Jahr 2014 lag der PA-Wert zum Beispiel extrem niedrig, fast verschwindend gering. Meiner Meinung nach gibt es deshalb keinen Grund, auf Honig zu verzichten“, erklärte auch Klaus Burmeister überzeugt. Wer allerdings sichergehen möchte, sollte Honig aus der Frühjahrstracht essen. „Denn dann blüht das Jakobskreuzkraut ja noch nicht“, lautete dazu sein fachmännischer Tipp.

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erstellt am 13.Aug.2015 | 10:00 Uhr

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