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Wertstoffzentrum Wittorferfeld : Das größte Sieb der Stadt hakte stundenlang fest

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Austausch eines 14-Tonnen-Teils im Wertstoffzentrum Wittorferfeld dauerte gestern deutlich länger als vorgesehen.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:30 Uhr

Neumünster | Erst kamen unerwartet verrostete Schrauben zum Vorschein, dann waren plötzlich Ringdichtungen  defekt und mussten entfernt werden, schließlich entpuppte sich auch noch das Loch im Dach der Halle als zu klein: Große Probleme bereitete gestern der Austausch einer Siebtrommel in der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Wittorferfeld. Erst am späteren Abend sollte das Teil endlich an seinem Platz   liegen. Es wiegt mit 14 Tonnen so viel wie etwa zehn Mittelklasseautos.

Dabei hatte sich MBA-Geschäftsführer Dr. Dietmar Schneider am Morgen noch  optimistisch gegeben. Pünktlich um kurz nach 8 Uhr bog der Schwertransporter aus den Niederlanden auf das Gelände des Wertstoffzentrums am Padenstedter Weg.  Auf der Ladefläche lag  die neue Siebtrommel, hergestellt in der auf Stahlbau spezialisierten „Machinefabriek Emmen B.V.“.  Laut Schneider ist es ein echtes Schmuckstück: „Die Trommel hat eine besondere Verschleißbeschichtung und ist daher nicht so korrosionsanfällig“, erklärte er.

Neun Jahre sortierte das nunmehr durchgerostete Vorgängermodell den getrockneten und rottenden Hausmüll in verschiedene Größen.  Alles, was kleiner als 15 Millimeter ist – zum Beispiel Sandkörner –,  wird in die MBA nach Lüneburg transportiert. Teile von einer Größe über 30 Millimeter  kommen auf die Deponie nach Damsdorf (Kreis Segeberg). In die Müllverbrennung   TEV an der Bismarckstraße gelangt nur das sogenannte Mittelkorn zwischen 15 und 30 Millimeter Durchmesser – das seien etwa 50 Prozent des Mülls, erklärten MBA-Mitarbeiterin Angelika Schiffer und der zweite Geschäftsführer Dr. Norbert Bruhn-Lobin. Unterdessen brachte sich auch der 350-Tonnen-Kran aus Kiel mit seinem 40 Meter hohen Ausleger in Stellung.

Doch dann verging Stunde um Stunde, ohne dass es merkbare Fortschritte gab. Mühsam mussten die rund ein Dutzend Mitarbeiter die alte Siebtrommel immer wieder lösen, weil sie irgendwo festhakte.  Erst am Abend  sollte der neue Koloss dann auf seinem Platz sitzen. Ob die veranschlagten 200000 Euro für den gesamten Austausch trotz Verzögerungen ausreichen, konnte Dietmar Schneider gestern Abend nicht sagen.

Klar ist: Auch in den kommenden Tagen werden die MBA-Mitarbeiter noch weiter mit der neuen Siebtrommel zu tun haben. Ein Ende der nachbereitenden Arbeiten ist erst am Freitag geplant – wenn nichts dazwischen kommt.

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