Das gibt es auch in Neumünster

Zu den Mietobergrenzen der Sozialhilfe

shz.de von
16. August 2013, 03:09 Uhr

Die Stadt Kiel steht vor dem Landessozialgericht wegen zu geringer Kostensätze für die Unterkunft von Sozialhilfeempfängern am Pranger. Neumünster hat auf die Rechtsprechung reagiert und die Sätze in einem aufwendigen Verfahren auf eine schlüssige Grundlage gestellt und neu berechnet. Die Sätze werden um zwei bis neun Prozent erhöht. Man kann sicherlich darüber streiten, ob das die rasant gestiegenen Mietnebenkosten ausgleicht. Die Nebenkosten sind aber das Problem - nicht die gerade in Neumünster mit seinem großen Wohnungsangebot recht stabilen und vergleichsweise niedrigen Mieten. Vernünftig ist dabei, die Kappungsgrenze nicht zu hart zu ziehen und im Einzelfall den erhöhten Bedarf weiterhin individuell zu prüfen und festzulegen. Eines darf nämlich nicht passieren: Dass Ältere mit kleiner Rente sich scheuen, beim Sozialamt die ihnen gesetzlich zustehende Grundsicherung zu beantragen, weil sie Angst davor haben, ihre teils seit Jahrzehnten genutzte Wohnung aufgeben und in eine andere Gegend ziehen zu müssen. Denn diese Angst gibt es auch in Neumünster.

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