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Jahresbilanz : Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus ist gesund

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schwarze Zahlen: 1,9 Millionen Euro Gewinn erwirtschafte das FEK im vergangenen Jahr. Geschäftsführer Alfred von Dollen betont: „Das FEK ist viel mehr als nur ein teurer Neubau“

Neumünster | Nachträgliche Planänderungen beim Neubau, beim zweiten Bauabschnitt laufen die Kosten aus dem Ruder – die Nachrichten aus dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) waren zuletzt nicht gut. Jetzt geht Geschäftsführer Alfred von Dollen in die Offensive. Zum ersten Mal seit zehn Jahren stellte er gestern öffentlich den Jahresabschluss des FEK vor: „50 Prozent der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen. Wir nicht. Wir sind und waren immer wirtschaftlich gesund!“

Das FEK hat in seiner Geschichte noch nie Verluste gemacht. Von Dollen ärgert es, dass aktuell nur noch über den immer teurer werdenden Neubau des Krankenhaus gesprochen werde. „Das FEK ist viel mehr als nur ein teurer Neubau. Hier wird wirklich gute Arbeit geleistet.“

In Zahlen sieht das so aus: 2013 erwirtschaftete das Unternehmen, das zu 100 Prozent der Stadt gehört, 1,9 Millionen Euro Gewinn. Als maßgeblichen Grund dafür nannte von Dollen die steigenden Patientenzahlen bei relativ konstant bleibender Mitarbeiterzahl. 2013 wurden fast 25 500 stationär und mehr als 55 300 ambulant behandelte Patienten von 844 Pflegern und 250 Ärzten versorgt. Die Auslastung betrug damit 89 Prozent. Dabei registriert das FEK immer mehr Patienten, die nicht direkt aus Neumünster kommen. Vor allem die Neurologie, die Gefäß-Chirurgie, die Innere Medizin und der Kinderstation werden auch von Auswärtigen aufgesucht, bis in die Hamburger Randgebiete hinein.

Durch stationäre Aufenthalte erzielte das FEK 2013 Erlöse in Höhe von 91,2 Millionen Euro. Die ambulante Versorgung mache trotz der Masse an Patienten eher einen kleinen Beitrag aus (3,1 Millionen Euro), erklärte von Dollen.

Das Anlagevermögen konnte per 31. Dezember um 9 Prozent auf 81,7 Millionen Euro vergrößert werden. Grund dafür seien die Neubaumaßnahmen.

Über deren Zukunft musste von Dollen dann doch noch ein paar Worte verlieren: „Der Aufsichtsrat hat beschlossen, für den zweiten Bauabschnitt einen neuen Architekten zu engagieren.“ Der bisherige baue nur noch den ersten Bauabschnitt zu Ende. Unter anderem hatten gestiegene Baupreise und der wachsende Bettenbedarf dazu geführt, dass die Kosten von 59,2 auf 76,5 Millionen Euro geklettert waren. Der neue Architekt soll nun wirtschaftlicher planen.

Standpunkt: Keine Nebenwirkungen

Patient: Krankenhaus. Diagnose: Rote Zahlen in der Jahresbilanz.  Ursachen: Die älter werdende Gesellschaft, der medizinische Fortschritt und die steigenden Qualitätserwartungen.  Laut einer Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist jede zweite Klinik finanzkrank. Das ist mehr als ein Schnupfen! Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser ist besorgniserregend.

Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus hat sich zum Glück noch nicht angesteckt.  Bester Beweis für die Vitalität  sind die 2013 erzielten Gewinne  von 1,9 Millionen Euro. Im FEK sieht man sich dadurch für die Zukunft gewappnet. Der Ärger um die Kostensteigerungen für den millionenschweren Neubau sollte keine Nebenwirkungen verursachen. Denn auch für 2014 prognostiziert Geschäftsführer von Dollen erneut schwarze Zahlen.

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erstellt am 29.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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