Verteilung unter Corona-Bedingungen : Das Friedenslicht ist in Neumünster angekommen

Langsam und vorsichtig entzündeten die Pfadfinder die Lichter in den Laternen.
Langsam und vorsichtig entzündeten die Pfadfinder die Lichter in den Laternen.

Die Pfadfinder verteilten das Licht aus Betlehem bei einem Freiluftgottesdienst an der Anscharkirche.

Avatar_shz von
14. Dezember 2020, 16:45 Uhr

Neumünster | Normalerweise treffen sich kurz vor Weihnachten rund 1000 Pfadfinder aus ganz Norddeutschland in der Petrus-kirche in Kiel, um das Friedenslicht aus Bethlehem von dort aus im ganzen Land und in den Gemeinden zu verteilen – unter den gegebenen Pandemie-Umständen ist das momentan selbstverständlich nicht möglich. Daher fanden am Sonntagnachmittag insgesamt 13 kleinere Gottesdienste in Schleswig-Holstein statt, einer davon auf der Wiese vor der Anscharkirche.

Die Pfadfinder feierten ihren Friedenslicht-Gottesdienst auf der Anscharwiese.
ChristianLipovsek
Die Pfadfinder feierten ihren Friedenslicht-Gottesdienst auf der Anscharwiese.
 

Propst Stefan Block begrüßte rund 40 Gäste aus dem knapp 500 Pfadfinder umfassenden Bezirk, dem neben Stämmen aus Neumünster auch welche aus Husberg, Boostedt, Brokstedt, Wasbek und Rickling angehören. Die Predigt hielt der Ricklinger Pastor Martin Rühe.

Licht bringt Trost und Freude

Er erinnerte daran, dass das Licht Grenzen überwindet, nicht nur auf seiner traditionellen Reise aus der Geburtsgrotte Jesu’ in Israel über Wien und Hamburg nach Wasbek, von wo aus es dieses Mal per Auto abgeholt wurde. „Das Licht verbindet Menschen und soll auch die Herzen erhellen“, sagte Rühe. Es wurde viel gesungen, einige Pfadfinder hatten auch Wortbeiträge vorbereitet. Die Botschaft war klar: Das Licht ist in diesem Jahr besonders wichtig, denn wenn nichts mehr geht, bringt es Trost und Freude.

Kein Einbruch bei den Mitgliederzahlen

Die Pfadfinder hatten Laternen mitgebracht, um das Friedenslicht in ihre Gemeinden zu tragen. Sie nahmen es unter Berücksichtigung aller Hygieneregeln dankbar mit. Zum Glück habe es trotz der Krise keinen großen Einbruch bei den Mitgliederzahlen gegeben, freute sich Pastor Ole Kosian von den Gadelander Pfadfindern.

Die Pfadfinder holten mit Abstand das Friedenslicht per Laterne für ihre Gemeinde ab.
ChristianLipovsek
Die Pfadfinder holten mit Abstand das Friedenslicht per Laterne für ihre Gemeinde ab.
 

Luisa Trapp (17) und Lara Lohse (16) berichteten aus Gadeland ebenso wie Dominik Kasperczyk (17) aus Wittorf, dass zwar die geplanten Zeltlager-Fahrten in andere Bundesländer in diesem Jahr ausfallen mussten, es dafür aber immerhin Ersatz auf den Wiesen an den heimischen Kirchen gab. „Normalerweise wären wir nach Hameln und Mecklenburg-Vorpommern gefahren, so sind wir eben in Gadeland geblieben“, sagte Lara Lohse.

Auch die eigentlich regelmäßigen Treffen fielen in diesem Jahr öfters aus. Doch auch hier gab es kreative Alternativen. Dominik Kasperczyk erzählte von Online-Treffen mit Spielen, zu denen sich die Wittorfer Pfadis zusammenschalteten. Sechs Gruppen mit etwa 90 Mitgliedern gibt es alleine in dem südlichen Stadtteil. Sogar acht Gruppen und 180 Mitglieder haben die Gadelander, die hoffnungsfroh sind, dass das kommende Jahr besser verlaufen und wieder mehr möglich sein wird. „Wir planen unser Sommerlager in Tüdal zwischen Tarp und Eggebek“, so Ole Kosian. Vor seinem Gemeindehaus Am Hang wird nun in einer Laterne das Friedenslicht aus Bethlehem brennen – „und jeder, der möchte, kann es sich dort abholen und dann mit nach Hause nehmen“, so der Gadelander Pastor.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen