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Flugplatzfest : „Das Fliegen hat echtes Suchtpotenzial“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Starke Böen schränkten das Programm am Baumschulenweg stark ein, dennoch genossen 11 000 Besucher Flüge und Informationen

Neumünster | Starker Wind mit Böen bis zu 60 Stundenkilometer schränkten am Wochenende das vielfältige Programm des Flugplatzfestes leider ordentlich ein. „Bei diesen Windstärken und dem Regen bleiben die Segel- und Gleitschirmflieger zuhause. Auch an Fallschirmsprünge ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Und selbst unter den Piloten der Sportflugzeuge gibt es viele, die bei dieser Witterung lieber am Boden bleiben“, erklärte Moderator Dr. Gerwin Dienger am Sonnabend.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter dagegen um einiges freundlicher. Und so zählte die Veranstaltung, auf der sich zahlreiche Flieger, aber auch Ballonfahrer und Modellflugzeugpiloten präsentierten, nach Angaben der Organisatoren wieder rund 11 000 Besucher aus ganz Schleswig-Holstein und darüber hinaus.

Ein Rundflug mit der mächtigen Antonov 2 gehörte dabei für viele Gäste zum Höhepunkt des Tages. Bestätigt wurde dies auch von Hans-Wilhelm Bernholdt (74) aus Kiel. „Interessiert hat mich das Fliegen schon als Kind. Aber das erste Mal in die Luft gegangen bin ich erst mit 60 Jahren. Das war damals allerdings eine moderne Linienmaschine und nicht so ein vibrierendes Unikum“, erzählte er nach dem Ausstieg begeistert.

„Das Fliegen hat echtes Suchtpotenzial. Wer einmal sein Herz daran verloren hat, der kommt nicht mehr davon los. Und das gilt nicht nur für aktive Piloten“, wusste auch Dienger zu berichten, der selbst seit 60 Jahren dem Blick von oben verfallen ist.

Etwas früher waren da schon Marina Ur Rehman (22) aus Neuenbrok und Yannic Köhler (24) aus Süderau dran. Doch nach dem aufregenden Flug mit Raid Nitzsche in seinem Tragschrauber (Gyrocopter) wartete auf die junge Frau noch eine weitere große Überraschung: der Heiratsantrag ihres Freundes: Und nach diesen überwältigenden Erlebnissen „auf Wolke 7“ sagte sie dann auch nicht nein.

Rein technisch interessiert war dagegen Maximilian (12), der zurzeit seine Ferien im Norden verbringt. Im Flugsimulator der Lufthansa-Freunde übte er sich im Sink- und Gleitflug. „Das ist aber gar nicht so einfach“, gab der junge Münchener zu.

Ganz ähnliche Erfahrungen machten Christoph (9) und seine Schwester Zoey-Sophie (2) aus Neumünster, die in der Katana 100 Platz genommen hatten. Das Sportflugzeug der Echoklasse wurde den beiden von Flugschüler Stefan Ohms (50) aus Schwarzenbek ausführlich erklärt. „Ich hoffe jedoch darauf, dass mir mein Fluglehrer im kommenden Jahr erlaubt, alleine zu fliegen“, meinte er zuversichtlich.

„Alles in allem sind wir als Veranstalter natürlich ein bisschen traurig ob des verregneten Sonnabends. Doch den Umständen entsprechend war das Fest dennoch richtig gut. Und für das Wetter kann ja keiner“, lautete gestern Nachmittag das Resümee von Dr. Gerwin Dienger.

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erstellt am 07.Sep.2015 | 12:00 Uhr

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