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Krankenhaus-Keime : Das FEK rüstet gegen die Keime auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Klinik hat neue Experten eingestellt. Viele ältere Patienten sind betroffen.

Neumünster | Die Zahl der Patienten mit gefährlichen Klinik-Keimen hat sich im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) drastisch erhöht – und die Tendenz ist wie überall weiter steigend. Das FEK hat darauf reagiert und gleich vier Experten mit ins Boot geholt. Seit diesem Monat befassen sich drei frisch ausgebildete Hygienefachkräfte aus dem Haus sowie seit Oktober ein externer Krankenhaushygieniker unter anderem mit diesem Problem.

„Wir haben unsere Kapazitäten verdreifacht“, erklärt FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen auf Anfrage. Zuvor war diese Dienstleistung mit einer Fachkraft von außen eingekauft worden. Mit dem Problem der sogenannten multiresistenten Erreger (MRE) steht das FEK keinesfalls allein da (der Courier berichtete). Dabei handelt es sich um Keime, gegen die selbst hochpotente Antibiotika nicht mehr helfen.

In Neumünster wurden 2013 insgesamt 112 Fälle gezählt, das sind 7 Fälle pro 1000 Krankenhauspatienten. Von 2010 bis 2013 ist das laut einer Studie der Wochenzeitung „Die Zeit“ eine Steigerung um 84 Prozent.

Die Zunahme der Fälle erklärt sich die leitende Laborärztin und Hygienebeauftragte des FEK, Dr. Frauke Strahlendorf-Elsner, nicht nur durch den starken Einsatz von Antibiotika. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass es sich bei den positiv getesteten Patienten zum Großteil um Menschen jenseits des 60. Lebensjahrs handelt. Und die werden in der Regel auch öfter in der Klinik behandelt und tauchen somit immer wieder in der Statistik auf. „Je kranker und älter, desto häufiger sind die Fälle“, so die Hygiene-Expertin.

Wenn Patienten positiv auf die Keime getestet wurden, werden sie sofort isoliert. Das soll Übertragungen verhindern. Automatisch getestet werden laut Alfred von Dollen alle Risikopatienten – das sind rund 10 Prozent aller Aufnahmen. Genau hingeschaut wird bei Patienten, die aus Pflegeeinrichtungen kommen, weil die Keime dort häufiger auftreten. Wer einen gefäßchirurgischen Eingriff bekommen soll, wird ebenfalls entsprechend untersucht, weil die Betroffenen oft Wundheilungsstörungen haben, die die Keime leicht eindringen lassen. Wer schon einmal positiv im FEK getestet wurde, ist ebenfalls wieder an der Reihe.

Die isolierten Patienten werden mit einem deutlich höheren Hygienestandard gepflegt. Auch Angehörige müssen bei Besuchen strikte Regeln einhalten. Die neuen Hygienefachkräfte schulen derzeit das Personal nach dem neuesten Standard, damit sich die gefährlichen Keime nicht weiter ausbreiten. Es gibt nämlich durchaus noch komplett MRE-freie Stationen. „In der Geburtshilfe oder auf der Kinderabteilung ist alles okay“, sagt Frauke Strahlendorf-Elsner.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 05:30 Uhr

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