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Zuchtschau in Neumünster : Das eigene Huhn ist im Trend

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

19 Züchter präsentierten in Einfeld ihre Tiere. 400 Besucher informierten sich bei der 68. Rassegeflügelschau

Neumünster | Sie wurden besungen, sind beliebte Symbolträger und mit der Liesel auf dem Gänsemarkt hat Neumünster auch ein Denkmal der beliebten Tiere: Die Rede ist vom Geflügel. In zahlreichen Varianten präsentierte der Rassegeflügel Zuchtverein (RGZV) Einfeld und Umgebung am Wochenende 170 Hühner, Tauben, Gänse, Enten und Puter. Rund 400 Besucher informierten sich bei der 68. Rassegeflügelschau in der Gärtnerei Stüber am Looper Weg über die verschiedenen Rassen, deren Haltung und Charakter.

19 Züchter präsentierte ihre Tiere, die ein faszinierendes Spektrum an Farbgebung, Größe und Federkleid aufwiesen. Ob Lockengänse mit gedrehtem Gefieder, Mandarinenten mit goldenen Mähnen oder Nackthalshühner mit roter Haut statt Federn am Hals: Die Abwechslung war beeindruckend.

„Das Ziel der Züchter ist nicht der Verzehr. Ich zum Beispiel mag die Tiere und finde das Ei faszinierend“, erklärte Holger von Ahrentschildt, der erste Vorsitzende des RGZV. „Wenn ich morgens in den Stall gehe und finde ein Frühstücksei, ist das einfach toll“, schilderte der Züchter weiter. Artgerecht gehaltene Hennen legen im Schnitt alle zwei Tage ein Ei, manchmal auch seltener. „Legehennen legen etwa doppelt so viele Eier. Aber die wollen wir nicht, genau so wenig wie Masthähnchen, die nach sechs Wochen so dick sind, dass sie nicht mehr laufen können. Wir wollen glückliche Hühner mit viel Auslauf“, sagte von Ahrentschildt weiter. Skandale wie Fipronil-Eier oder die Qualen der Industriehennen bescheren den Züchtern seit einigen Jahren einen Boom, wie Dorothea von Ahrentschildt festgestellt hat: „Hühnerhaltung im eigenen Garten ist im Trend. Zu uns kommen immer mehr junge Familien, die sich über die Haltung informieren wollen.“

Bernd Scholz war extra aus Kiel gekommen, weil er sich Stadthühner anschaffen möchte. „Ich finde den Gedanken, sich gesund selbst versorgen zu können, reizvoll und möchte mich hier informieren“, erklärte er.

Gegen eine gebratene Taube aus eigener Zucht hat Jens Poweleit, Taubenzüchter aus Neumünster, nichts einzuwenden. „Es fällt mir zwar schwer, sie selbst zu schlachten. Aber andererseits biete ich ihnen ein sicheres Leben“, erklärte er. Er hat „ägyptische Segler“ ausgestellt und züchtet Tauben, „weil sie den Menschen sehr ähnlich sind. Es gibt monogame und polygame, schlaue und weniger schlaue Tiere.“ Übrigens brütet eine Henne unter ihrem wärmenden Gefieder mit etwa 37,5 Grad Celsius, das entspricht also etwa der menschlichen Körperwärme. Für Jens Poweleit gleichen sich Tauben keineswegs wie wie ein Ei dem anderen: „Ich kann jedes meiner 30 Tiere am Gesicht erkennen.“

Die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe hat ihre Spuren auch auf der Ausstellung hinterlassen, wie Holger von Ahrentschildt schilderte: „Bis Ende April mussten wir einstallen, deshalb fehlt jetzt der Nachwuchs. Im vergangenen Jahr konnten wir noch 240 Tiere präsentieren.“ 

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