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Vicelinviertel : Das bunteste Haus von Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Fassade in der Christianstraße wird zum Hingucker. Das ist die Geschichte dahinter.

Neumünster | Die Farbtupfer springen sofort ins Auge. Wer durch die Christianstraße fährt, kann es nicht übersehen: Das Haus mit der Nummer 34 ist das vermutlich bunteste Gebäude der Stadt. Aber was steckt dahinter? Wer lässt sein Haus so farbenfroh streichen?

Ein Besuch bei Mustafa Göksan bringt Licht ins Dunkel. Er betreibt im Erdgeschoss des Hauses einen An- und Verkaufsladen für Antiquitäten. „Mein Vermieter hat mit dem Künstler Philipp Schlichting zusammengearbeitet.“ Der Absolvent der Malereiklasse der Muthesius-Kunsthochschule Kiel hat zum ersten Mal eine ganze Fassade bemalt. Zu seinem Entwurf erklärt der 33-Jährige: „Es ging mir darum, die bauliche Ordnung mit meinem Lieblingsmotiv, dem unabhängigen Spiel geometrischer Formen, zu verbinden.“ Dazu habe er architektonische Elemente wie die Fensterstürze bewusst rekonstruiert und farblich betont. Die Farbgebung sei an die Umgebung angepasst.

Doch es handelt sich nicht einfach um eine persönliche Vorliebe von Mustafa Göksens Vermieter für Farben. Der Hausbesitzer, der nicht namentlich genannt werden möchte, hat sein Haus für das städtische Projekt Kibitz (steht für Kultur, Integration, Bildung, Teilhabe und Zusammenleben) zur Verfügung gestellt. Durch die Malerei soll das Vicelinviertel optisch aufgewertet und belebt werden. Dafür haben Studenten der Muthesius-Kunsthochschule und Frauen aus dem Viertel bereits im Oktober ein anderes Haus an der Christianstraße und zwei an der Esplanade angemalt. Hausnummer 34 war allerdings das bisher größte Projekt. „Und das war im Idealfall nur der Anfang“, hofft Caprice Sturm, die die Initiative für die Stadt koordiniert. „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Hausbesitzer ihre Fassaden zur Verfügung stellen.“

Antiquitätenhändler Mustafa Göksan ist jedenfalls begeistert: „Seit das Haus so bunt ist, wird es von viel mehr Menschen wahrgenommen – und die besuchen mich dann auch hier in meinem Laden.“

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erstellt am 01.Aug.2014 | 16:30 Uhr

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