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Grossenaspe : „Das bringt manche Eltern an ihre Grenze“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Betreute Grundschule kostet ab April das Doppelte. Die Beiträge waren 22 Jahre stabil.

Grossenaspe | Mehr als das Doppelte sollen Eltern ab 1. April für die Betreute Grundschule in Großenaspe zahlen. Nicht nur die enorme Erhöhung empört Eltern, sondern auch wie die Gemeinde damit umgeht.

„Bisher haben wir für 18 Stunden 82 Euro gezahlt. Nun werden plötzlich 166 Euro fällig. Das ist happig und bringt manche Eltern an ihre Grenzen. Wir haben die Stunden jetzt reduziert. Weitere Eltern haben dies vor. Ob es allerdings bereits zu Abmeldungen gekommen ist, kann ich nicht sagen“, berichtete Thomas Köhler aus Brokenlande.
Was den Vater jedoch besonders verärgert, ist die Vorgehensweise der Gemeinde in dieser Sache. „Mit uns wurde im Vorfeld weder gesprochen, noch hat man uns auch nur informiert, dass eine Beitragserhöhung geplant ist. Das wäre aber meiner Meinung nach das Mindeste gewesen. Denn so kurzfristig und noch dazu mitten im Schuljahr können die Eltern gar nicht reagieren, um unter Umständen eine Alternative für die Betreuung der Kinder zu finden“, erklärte er. Er habe das Gefühl, dass sich die Gemeinde darüber überhaupt keine Gedanken gemacht habe. Außerdem gehe in der Elternschaft die Vermutung um, dass die Gemeinde nicht nur die neuen Räumlichkeiten der Betreuten Grundschule in der Jugendstilvilla am Scheeperredder (der Courier berichtete) über die Eltern finanzieren wolle, sondern dass auch andere Projekte, wie zum Beispiel der Bau von Wohnungen für Asylbewerber, von den Beiträgen mitbezahlt werden sollen, so Köhler weiter.

„Das Gerücht, dass wir von den Beiträgen anderes bezahlen als die Betreute Grundschule ist völliger Unsinn. Denn rund 30 Prozent der Kosten trägt weiterhin die Gemeinde“, erklärte dazu Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) auf Anfrage.

„Das Betreuungsangebot gibt es seit dem Jahr 1994. Seitdem haben wir die Elternbeiträge nicht angerührt, da wir die Räume in der Schule nutzen konnten. Doch mittlerweile sind es nicht mehr 20, sondern mehr als 40 Kinder, die die Betreute Grundschule besuchen. Dafür reichte der Platz im Schulgebäude nicht mehr aus. Deshalb war es ein Glück, dass wir die Möglichkeit hatten, das Haus, dessen Grundstück direkt an das Schulgelände grenzt, anmieten zu können. Denn wir wollen dieses Angebot für die Eltern aufrechterhalten“, erläuterte Klinger.

Karl-Friedrich Ulrich (SPD), der die mit allen Fraktionen besetzte Arbeitsgruppe zur Neukalkulation der Kosten leitete, rechnete dazu vor: „Die Gesamtkosten für die Betreute Grundschule in der Villa belaufen sich auf rund 69 000 Euro pro Jahr. Darin enthalten sind neben der Miete in Höhe von 15 000 Euro unter anderem die Unterhaltung und Versicherungen sowie Personalkosten in Höhe von knapp 50 000 Euro.“ Denn im Zuge der Kalkulation sei die Gemeinde mit der sozialversicherungspflichtigen Anstellung von drei Betreuungskräften auch der Verantwortung für die insgesamt fünf Mitarbeiterinnen, von denen zwei weiterhin in einem 450-Euro-Arbeitsverhältnis stehen, nachgekommen, erklärte er weiter.

Zudem sei die Betreute Grundschule eine freiwillige Leistung der Gemeinde, zu der sie nicht verpflichtet sei. „Wir wollen die Betreuung gewährleisten, weil wir wissen, dass sie benötigt wird und weil diese heute einen wichtigen Faktor für die Entwicklung der Gemeinde darstellt. Aber das Angebot muss für die Gemeinde finanziell tragbar bleiben. Deshalb wäre eine vorherige Diskussion mit den Eltern nicht zielführend gewesen“, sagte Ulrich abschließend.  






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