Der Courier hat Geburtstag : Das Blatt der Stadt – seit 145 Jahren

Das alte Courier-Haus stand von 1893 bis 1945 auf dem Gänsemarkt. Links, am Teichufer, ist die Skulptur „Soldat“ zu sehen.
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Das alte Courier-Haus stand von 1893 bis 1945 auf dem Gänsemarkt. Links, am Teichufer, ist die Skulptur „Soldat“ zu sehen.

Ein Fotoalbum des früheren Courier-Lokalredakteurs Paul Sieck entpuppt sich als wahre Schatzkiste.

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20. April 2017, 15:00 Uhr

Neumünster | In diesen Tagen jährt sich das Erscheinen des Holsteinischen Couriers zum 145. Mal. Als wahre Schatzkiste für die Courier- (und Stadt-)Geschichte entpuppt sich ein Album mit Fotos und alten Zeitungsausschnitten, das Paul Sieck 1962 zum 90. Courier-Geburtstag zusammen stellte.

Sieck war von 1925 bis 1961 Lokalredakteur und Schriftleiter beim Courier. Das Album war ein Geschenk für die kürzlich verstorbene Courier-Verlegerin Dr. Gisela Wachholtz. Es befindet sich heute im Besitz der Hobby-Historikerin und früheren Courier-Mitarbeiterin Marianne Dwars.

Im Album zu finden sind Aufnahmen des Courier-Gründers Robert Hieronymus und des Verlegers Karl Wachholtz ebenso wie Fotos aus dem Arbeitsalltag in Redaktion und Setzerei vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Bilder und historische Postkarten zeigen das erste Courier-Haus am Gänsemarkt.Es wurde durch Bombenangriffe im Jahr 1945 völlig zerstört und nach dem Krieg an gleicher Stelle von der Verlegerfamilie Wachholtz wieder aufgebaut.

Raritäten sind Skizzen, in denen der Neumünsteraner Maler Max Werner den Courier und seine Bedeutung für die Stadt aufgespießt und festgehalten hat. Auch der Vorgänger von „Hein Tüt“ darf in dem Erinnerungsband natürlich nicht fehlen: Kurt Kiek. Die Idee für die Figur mit Zylinder und Zigarre hatte Ferdinand Zacchi. Die Zeichnungen stammen aus der Feder von Karl Schlabow.

Legendär ist ein Satzfehler in einem Spendenaufruf für die NS-Volkswohlfahrt vom 22. September 1938. Der Aufruf des Kreisleiters der NSDAP endet mit den Worten „Heilt Hitler!“ „Ob das eine subversive Aktion oder einfach nur der Fehlerteufel war, ist bis heute unklar. Damals rief es aber die Gestapo ins Verlagshaus“, sagt Marianne Dwars.

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