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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 05:15 Uhr

Schleusau : Das Bau-Ende ist in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach zwei Jahren Bauzeit sollen die Arbeiten vor dem Museum Ende August abgeschlossen werden. Schleusberg wird noch einmal halb gesperrt .

von
erstellt am 27.Jun.2016 | 11:30 Uhr

Neumünster | Es ist wohl eine der langwierigsten Tiefbaustellen der vergangenen Jahre – aber jetzt soll alles gut werden: Die Öffnung der Schleusau vor dem Museum Tuch + Technik wird voraussichtlich Ende August abgeschlossen. Das kündigte Tiefbauchef Ralf-Joseph Schnittker jetzt gegenüber dem Courier an. Danach soll es nur noch kleinere Restarbeiten geben, bevor sich die umgestaltete Grünfläche dann tatsächlich „als neues attraktives Einfallstor zur Stadt“ (Schnittker ) präsentieren kann.

Ursprünglich sechs Monate sollten die Bauarbeiten vor dem Museum dauern, inzwischen wird (mit großen Unterbrechungen) seit 23 Monaten gebuddelt. Führten zunächst schadstoffbelastete Betonröhren zum monatelangen Baustopp, waren es wenig später überraschend aufgetauchte historische Mauerreste. Der Architekt überarbeitete die Pläne und bezog die historischen Natursteinwände aus dem 19. Jahrhundert geschickt in die Planungen ein. Das alles hat Zeit gekostet, aber auch die Baukosten in die Höhe getrieben, räumt Schnittker ein: Aus den ursprünglich 560 000 Euro, die die reine Sanierung der Bachrinne kosten sollte, sind inzwischen 1,1 Millionen Euro geworden. Mit weiteren 325 000 Euro wird die noch ausstehende Gestaltung der Freiflächen veranschlagt.

Tiefbauchef Schnittker zufolge hat die Umgestaltung in den vergangenen Monaten aber auch einen Qualitätssprung nach vorn gemacht. „Ursprünglich wollten wir nur den Blick von der Brücke aufs Wasser öffnen, jetzt schaffen wir einen kleinen Platz, ein Stück Park und einen Bachlauf mit Aufenthaltsqualität. Sicher hätten wir es in vielen Details einfacher machen können, aber dann wäre es ein schlichtes Ingenieur-Bauwerk geworden, das wollten wir nicht“, sagt Schnittker.

Der Tiefbauchef beruft sich dabei auch auf den politischen Willen im Bauausschuss. Dort war in der Vergangenheit vor allem mit Blick auf die „Holsten-Galerie auf eine ansprechende Lösung vor dem Museum gedrängt worden. Stadtplanerisch sollte ein Rundlauf über Großflecken/Lütjenstraße und Kleinflecken geschaffen werden, um mehr Galerie-Kunden zum Besuch der Innenstadt zu animieren.

Aus Sicht Schnittkers wird der Platz hinter dem Museum durch den Umbau deutlich attraktiver: Passanten können hier auf Parkwegen flanieren und über zwei Steintreppen direkt ans Schleusau-Ufer herantreten. In dem Becken ist die Schleusau nur etwa 40 Zentimeter tief, bei Hochwasser ist die etwa 30 Meter lange Uferpromenade überspült. Um Kleinkinder zu schützen, werden die Zugänge von selbstschließenden Toren gesichert.

In dem kanalisierten Bachlauf sollen so genannte Fischbürsten den Wasserlauf bremsen und Fischen – ähnlich wie die Fischtreppe am Wehr – das Aufsteigen gegen die Strömung ermöglichen.

Das einst als schlichte Rasenfläche angelegte Areal soll durch Parkwege, Bänke und Hecken aufgewertet werden. Zur Straße hin wird der Bereich durch ein Geländer abgeschirmt. „Das ist eine statische Herausforderung. Das Geländer soll für Autos durchbruchsicher sein, darf aber auch nicht wie eine Panzersperre aussehen“, sagt Schnittker.

Die Stadt hat Anfang vergangener Woche die Betonarbeiten abgenommen. Derzeit werden die Treppen zum Bachbett angelegt, danach soll die Baugrube verfüllt werden. Um die stählernen Spundwände wieder zu ziehen, die die Baugrube in den vergangenen zwei Jahren abgesichert haben, muss der Schleusberg dort vorübergehend wiederum halbseitig gesperrt werden.

Auch der Platz vor der Zufahrt zur Stadthallen-Tiefgarage wird im Zuge der Umgestaltung angepasst. Der Platz wird um eine Stellplatzanlage für Fahrräder erweitert, das Pflasterbild dem des Kleinfleckens angepasst. Last but not least soll auch der „Doppelwinkel“ zu neuen Ehren kommen: Die Stahlskulptur des Hamburger Künstlers Jan Meyer-Rogge, die sich früher vor der Stadthalle drehte, soll künftig vor der Glasfront des Museums hinter der offenen Schleusau als Blickfang dienen.

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