Kulturszene : Das Ba-Da-Boom-Festival ist gerettet

An jeder Ecke in der Innenstadt ist Musik – wie hier beim Auftritt von Cindy Sennheiser und Walter Düsenberg als schrilles Pop-Duo. Voraussichtlich am 9. September findet das achte Straßenmusik-Festival „Ba-Da-Boom“ statt.
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An jeder Ecke in der Innenstadt ist Musik – wie hier beim Auftritt von Cindy Sennheiser und Walter Düsenberg als schrilles Pop-Duo. Voraussichtlich am 9. September findet das achte Straßenmusik-Festival „Ba-Da-Boom“ statt.

Der Verein für Jugendmusik springt als Träger und Veranstalter ein / Der nächste Termin am 9. September ist schon beantragt

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24. März 2017, 08:00 Uhr

Neumünster | Aufatmen bei den Machern des Straßenmusik-Festivals Ba-Da-Boom: Nachdem das Festival 2016 aufgrund finanzieller Probleme durch viel zu hohe Gema-Gebühren ausfallen musste, ist nun eine Lösung gefunden: Der Verein für Jugendmusik, der auch Träger des Mädchen-Musikzuges ist, wird als Träger des Festivals einspringen.

Das wurde nötig, da die im städtischen Haushalt eingeplanten 5000 Euro an die Bedingung geknüpft waren, einen Träger zu finden. Nur so können diese Mittel abgerufen werden, sagte der Vereinsvorsitzende Bernd Müller. Er ist erleichtert: „Wir freuen uns darüber sehr. Ba-Da-Boom gehört seit Jahren zu Neumünster und ist ein Anziehungspunkt“, sagte Müller.

Es habe zunächst schon Diskussion im Verein gegeben, doch es sei eine Chance auch für die in der Musikschule ausgebildeten jungen Musiker, sich auf diesem Festival vor größerem Publikum zu präsentieren. In bewährter Form werde das bisher ehrenamtlich tätige Quartett – Marco Ramforth, Arne Gloe, Stefan Back und Jens Sauerbrey – das Festival organisieren; der Verein wolle nur bei grundsätzlichen Dingen wie Versicherung und Aufträgen an Firmen eingebunden werden.

Die Trägerschaft des Vereins ist nötig, da das Risiko für eine Privatperson zu groß wäre. An den Gema-Gebühren und den steigenden Kosten war das Festival 2016 gescheitert (der Courier berichtete). „Der Verein hält uns jetzt den Rücken frei, da er Ansprechpartner für Behörden, Versicherung und weitere Beteiligte ist. Wir freuen uns sehr, dass das Festival stattfinden kann. Wir haben schon viele Anfragen von Musikern“, sagte Organisator Marco Ramforth zum Courier. Aber: „Es war nie unser Wunsch, Steuergelder zu bekommen. So bezahlen die Bürger ihr eigenes Festival. Es wäre wünschenswert, wenn die Wirtschaft das finanzieren würde, denn die profitiert am meisten davon.“

In diese Kerbe hieb gestern auch Bernd Delfs (SPD), Vorsitzender des Sport-, Jugend- und Kulturausschusses. „Ich bin echt begeistert, das ist eine große Freude. Die Ratsversammlung hat zweimal 5000 Euro für 2017 und 2018 beschlossen. Es wäre aber sinnvoll, wenn darüber hinaus Sponsoren auch das Festival, die After-Show-Party und die Ehrenamtlichen unterstützen würden“, sagte Delfs. Er appelliert an die Wirtschaft: „Wenn die Musiker vor den Geschäften stehen, profitieren sie davon. Hilfe kann auch bedeuten, zum Beispiel einen Stromanschluss zu bieten.“ Für ihn ist das Festival eine Aufwertung des Kunstfleckens: „Da ist richtig viel Musik aus Neumünster und Schleswig-Holstein zu erleben.“

Die Planungen gehen jetzt ins Detail: „Der Termin 9. September ist beantragt. Wir haben uns trotz der Baustelle auf dem Großflecken neun Spielorte ausgeguckt. Auch mit den Wochenmarkt-Händlern stimmen wir uns eng ab“, sagte Marco Ramforth.

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