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Jugendzentrum : Das AJZ will gegen die Stadt klagen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Verein „Aktion Jugendzentrum“ will die Lärmschutzauflagen nicht akzeptieren.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Im Streit um die Ordnungsverfügung der Stadt wegen zu lauter Konzerte legt der Verein „Aktion Jugendzentrum“ (AJZ) noch einmal nach. „Das ist ein Angriff auf die selbstverwaltete Kulturarbeit in Neumünster“, kritisierten der Leiter der Einrichtung, Niklas Schulze, und die Konzert-Organisatorin Anika Pfahl gestern die Auflagen der Stadt. Die schreiben neuerdings vor, dass sich nach 22 Uhr keine Personen mehr vor dem Zentrum an der Friedrichstraße oder auf dem Hinterhof aufhalten dürfen (der Courier berichtete). Die Musik darf dann nicht lauter als Zimmerlautstärke sein.

„Damit wird auch noch das letzte Stück Jugendkultur in der Stadt zerstört“, sagte Schulze. Ans Resignieren denke aber niemand. „Wenn unser Widerspruch gegen den Bescheid abgelehnt wird, gehen wir vor Gericht“, so Schulze. Der Verein sieht sich von zwei Nachbarn schikaniert. Die hätten es darauf abgesehen, bei jeder kleinen Geräuschentwicklung die Polizei zu rufen. „Seit der Gründung des Jugendzentrums 1972 finden hier Konzerte statt. Wer hier hinzieht, muss eben damit rechnen, dass es auch mal lauter sein kann“, sagt Schulze.

Anika Pfahl bringt einen anderen Aspekt ins Spiel: In dem Zentrum werde erstklassige Jugendarbeit gemacht. „Wir lernen hier Verantwortung zu übernehmen und Toleranz. Das alles passiert harmonisch und friedlich. So etwas ist heute selten“, sagt sie. Im Schnitt 50 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 25 Jahren nutzten pro Tag die Angebote. „Wir sind im Viertel eine wichtige und anerkannte Adresse“, sagt sie. Außerdem habe der Verein bereits Maßnahmen zum Lärmschutz umgesetzt. So würden Schallschutzvorhänge zusätzlich zu den Jalousien heruntergelassen, die Nachbarn über Konzerte informiert und Ordner engagiert. Zudem sei die Zahl der Konzerte reduziert worden. „Es gibt Monate, da findet gar nichts dieser Art statt“, sagt Anika Pfahl. 2016 endet der Vertrag der AJZ mit der Stadt. Dann könnte es auch einen Umzug ins Vicelinviertel geben.

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