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Ehre für die Helfer : Dankeschön-Fest für 700 DRK-Helfer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Landesverband würdigte das monatelange Engagement mit einem Fest. Die Flüchtlings-Integration bleibt die Herausforderung Nummer 1.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Sie bauten Zelte auf, schleppten Decke, Tische, Bänke herbei, versorgten Tausende von Flüchtlingen mit warmer Suppe und Kleidung und hatten ein Ohr für die Nöte und Sorgen – Tag und Nacht: Für dieses unermüdliche Engagement lud gestern der DRK-Landesverband 700 Helfer zu einem Dankeschön-Fest in die Holstenhalle ein. „Sie haben sich couragiert und mit ihrer Kraft und Zeit engagiert, Sie können stolz auf das Geleistete sein. Mit dem Helferfest möchten wir Ihnen unseren großen Respekt und unsere große, tiefe Anerkennung für Ihren Einsatz und Ihre großartige Arbeit zum Ausdruck bringen“, sagte Henning Kramer, Präsident des DRK Schleswig-Holstein.

„Sie haben Tag und Nacht die Menschen versorgt und den Ansturm in geregelte Bahnen geleitet“, lobte Kramer. Die Flüchtlingshilfe habe sich zu einer gewaltigen humanitären Herausforderung entwickelt – und es sei ein großer Glücksfall für das DRK, sich „in einer nie dagewesenen Dimension“ zu bewähren. Die Helfer hätten schnell, unkompliziert, menschlich und unparteilich gehandelt, so Kramer. Das DRK frage nicht nach Flucht-Ursachen oder politischen Lösungen. Als unverzichtbarer Teil der DRK-Arbeit habe sich die Vermittlungsplattform „Team SH“ erwiesen, über die aktuell 200 Freiwillige mit dabei sind.

„Sie leisten Unverzichtbares für Menschen, die unsere Unterstützung benötigen, und tun einen großen Dienst für das Gemeinwesen“, lobte Innenminister Stefan Studt. 2015 seien 55 000 Asylsuchende nach Schleswig-Holstein gekommen; der Bund rechne 2016 mit 800 000 Menschen bundesweit, davon 27 000 für Schleswig-Holstein – das könne sich aber noch ändern. Das DRK ist in 12 der 14 Landeseinrichtungen als hauptamtlicher Betreuungsverband beauftragt. Über 300 Personen sind hauptamtlich, genau so viel ehrenamtlich tätig. „Das Ehrenamt ist ein verlässlicher und unermüdlicher Partner, ohne den es nicht geht“, so Studt. Zu den Kernaufgaben wie Versorgung und Essen, soziale Betreuung und Beratung leisteten die DRK-Helfer Dinge, die die Hauptamtlichen nicht schafften: Das Begleiten zu Behörden und Ärzten, Dolmetschen, Frauenarbeit, Orientierungshilfen und vor allem die Ausgabe in den Kleiderkammern. Als Dankeschön gab es für alle „Helfer-Pins“ mit zwei Händen, die ineinander greifen.

Moderator Christian Schröder erntete tobenden Applaus, als er zur Begrüßung rief: „Wir schaffen das!“ Er interviewte Kramer und Studt, fragte nach den bewegendsten Momenten. Das war für beide das unglaublich schnelle Entstehen von Erstaufnahmen in Rendsburg und Albersdorf („es hat mich bewegt, wenn erste Flüchtlinge ausstiegen, so kaputt“).

„Manche Helfer haben ihr Privatleben auf den Kopf gestellt“, erinnert sich Theresa Straube (59), die soziale Beratung in der Erstaufnahme am Haart macht. „Die Menschen kommen mit Ängsten, wir geben ihnen die Zeit, anzukommen.“ Orhan Kilic (35) ist Leiter der Hausbetreuung: „Sie haben viele Fragen, wie haben in jedem Haus ein Büro mit Ansprechpartnern.“ Beide finden das Fest mit Zauberernummer, Jugendrotkreuz-Orchester aus Eckernförde, Abba-Cover-Band Waterloo und Holsteiner Büfett toll. „Es ist eine Ehre, den Menschen zu helfen“, sagt sie. „Ich bin froh, ein Teil dieser Arbeit und der DRK-Familie zu sein. Wir fangen die Menschen auf“, sagt Kilic.

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