Dank Schülerfirma: Nie wieder verhedderte Kopfhörer in der Tasche

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25. Mai 2018, 12:19 Uhr

Musik gehört für viele Menschen zum alltäglichen Leben. Und Kopfhörern sei Dank, kann man seine Musik auch hören, ohne gleich seine Mitmenschen zu beschallen. Doch damit haben sich auch neue Probleme eingeschlichen. Die Kopfhörerkabel verheddern sich sehr gerne und man braucht erst einmal einige Zeit, um den Knoten, der sich auf wundersame Weise gebildet hat, zu lösen.

Dieses Problem haben auch Schüler der Klaus-Groth-Schule (KGS) erkannt. Im Wahlpflichtfach haben sie unter Aufsicht von Lehrerin Gesine Beyenbach eine Schülerfirma mit dem Namen „Hasch-KGS“ gegründet. Gefördert wird diese vom Junior-Projekt, das Schüler mit der Wirtschaft vertraut machen will.

„Wir wollten etwas entwickeln, das man täglich braucht. Aber es sollte auch günstig sein“, erklärt Nele Beckmann (17), die Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma. So kamen die 18 Schüler auf die Idee, etwas zu entwickeln, das das Verheddern von Kopfhörern verhindert. Prinzipiell besteht ihr „Kopfhörer-Umwickler“ aus einem Filzstreifen, der gefaltet werden kann. Das Kopfhörerkabel wird um den Filzstreifen gewickelt. Durch ein extra gestanztes Loch werden dann die Kopfhörer gezogen. Anschließend wird der Streifen zugeklappt und mit einem Druckknopf verschlossen.

So präpariert können sich die Kopfhörer nicht mehr verheddern, wenn man sie im Rücksack oder in einer Tasche verstaut. Die Produktion übernehmen die Schüler selbst. Ihre „Kopfhörer-Umwickler“ verkaufen sie für acht Euro. Durch das Junior Projekt bekamen sie zudem Kontakt zum Hamburger Software-Entwickler „Sage“. Dieser fördert das Projekt weiter und vermittelt Bestellungen. Das Startkapital bekamen die Schüler allerdings von Anteilseignern. „Das waren vor allem Eltern und Mitschüler, die jeweils zehn Euro bezahlt haben“, so Gesina Beyenbach.

Das Projekt läuft zudem nur in diesem Schuljahr. Der Gewinn wird am Ende zu gleichen Teilen unter den Anteilseignern aufgeteilt. „Wir hoffen, dass alle, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, am Ende auch einen finanziellen Nutzen davon haben“, sagt Nele Beckmann.

Wie es anschließend mit den „Kopfhörer-Umwicklern“ weitergeht, ist noch nicht geklärt. „Aktuell könnten wir uns auch vorstellen, privat weiterzumachen“, sagt Nele Beckmann.

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