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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 21:58 Uhr

Eisenbahner : Dampfbahnfreunde suchen Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auf dem Kleingartengelände der Eisenbahn hinter den Holstenhallen wartet eine 5500 Quadratmeter große Anlage mit 600 Metern Schiene

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Der kleine Zug sieht nicht so aus, als ob er besonders schnell wäre. Doch dann dreht Jan Hermann Kunstmann an dem Regler – und schon zieht die E-Lok mit 15 bis 20 Stundenkilometer über die Gleise. Gerhard Schlünsen, Broderich Bidder und Uwe Schuldt schauen mit leuchtenden Augen zu. Sie  und zwei weitere Fans bilden gemeinsam mit ihren Frauen die Dampfbahnfreunde Neumünster. Auf ihrem Gelände in der Kleingartenkolonie der Eisenbahn hinter den Holstenhallen treffen sich die Technikbegeisterten regelmäßig, um mit ihren großteils selbstgebauten Dampfbahnen ihre Runden über die Anlage zu drehen. Auf den rund 5500 Quadratmetern von vier zusammengelegten Parzellen haben sie 600 Meter Gleise, sieben Weichen und ein Drehkreuz installiert; Bahnübergänge und die Elektrifizierung einiger Weichen sind geplant.

Schon von Kindesbeinen an interessieren sich die beiden Gründer der Dampfbahnfreunde, Gerhard Schlünsen (79) und Uwe Schuldt (83)  für Dampfmaschinen. Beide sind Eisenbahner: Schlünsen hat als Lokführer in früheren Jahren  schon Dampfloks gefahren, Schuldt als Fahrdienstleiter unzählige rangiert. 2009 kauften die beiden das Gelände in der Kleingartenanlage und bauten es in zweijähriger Arbeit zu einem Kleinod für Dampflokfreunde aus. „Hier herrschte die reinste Wildnis. Wir haben viel gerodet. 2011 konnte dann die erste Lok fahren“, erinnert sich Schlünsen. Mit Broderich Bidder und Jan Hermann Kunstmann sowie zwei weiteren Fans wurde die Gruppe bald größer. Es entstand ein kleiner Werkschuppen und ein gemütlicher und sehr ansehnlicher  Park, durch den die kleinen Loks im Maßstab 1:8 oder 1:11 fahren können.

Schlünsen hat seine Modelle alle selbst gebaut. Im Schnitt braucht er pro Bahn  drei Jahre. „Natürlich kann man Exemplare auch komplett kaufen. Die sind aber sehr teuer“, weiß Broderich Bidder. 10 000 bis 20 000 Euro und mehr verlangen die Hersteller – je individueller die Vorgaben, desto höher der Preis. Kein Wunder, dass die Bahnen gehegt und gepflegt werden.

Außer der Anlage in Schackendorf (Kreis Segeberg) ist dies die einzige Anlage ihrer Art in  Schleswig-Holstein. Die Dampfbahnfreunde fahren nicht nur auf dem heimischen Parcours,  sie besuchen auch  regelmäßig Messen, Ausstellungen und Treffen anderer Clubs.  „Wir sind allerdings nicht mehr die Jüngsten“, gibt Uwe Schuldt zu. Um Nachwuchs und junge Leute zu interessieren, hat er extra ein neues Bahnmodell begonnen, das auf der Anlage zusammengebaut werden soll. „Mit Technik lockt man die Jugend. Es waren auch schon ein paar aufgeschlossene Jungs da“, sagt er.

 Doch weitere Begeisterte werden noch gesucht. Wer Interesse hat, mitzumachen oder einfach mal ein paar Schnupperstunden auf der Anlage zu verbringen, kann sich über das Kontaktformular auf der Homepage der Dampfbahnfreunde unter www.dampfbahn-nms.de melden. „Mitmachen kann jeder. Dafür muss man weder bei der Bahn arbeiten noch Metallbauer sein. Die Leidenschaft für die Dampfbahn reicht“, sagt  Gerhard Schlünsen.

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