Rathaus : Dachtürmchen wird saniert

Arbeiter rüsten das Rathaus ein.
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Arbeiter rüsten das Rathaus ein.

Komplizierte Arbeiten machen die Sanierung teuer, weil historische Handwerkskunst gefragt ist

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05. März 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | 114 Jahre trotzte die sogenannte Dachlaterne auf dem Rathausdach Wind und Wetter. Doch jetzt muss das offene Türmchen wegen Durchfeuchtungsschäden saniert werden. Das erfordert viel handwerkliches Geschick von den Zimmerleuten und Dachdeckern.

Auch der Denkmalschutz hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Ohne sein Okay gibt es keine Baugenehmigung. „Das Auswechseln schadhafter Holzteile der tragenden Turmkonstruktion muss denkmalgerecht und statisch sicher erfolgen“, sagt Christiane Wilbrandt von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt.

Das Problem: Das Türmchen ist konstruktiv mit dem Satteldach des Rathauses verwoben. Die Konstruktionsstämme aus 20 Meter langen Nadelhölzern sind aus einem Stück gehauen. Die Stammquerschnitte sind ganz unterschiedlich gebeilt und verziert. „Hier ist historische Handwerkerkunst gefragt“, sagt der Hochbauleiter der Stadt, Berthold Heitker. Die Stadt hat deswegen mit der Firma Steen aus Kühren ein Unternehmen mit viel Erfahrung im Denkmalschutz beauftragt.

Da die Arbeiten von innen wegen der Enge nicht möglich sind, muss erst die Verschieferung entfernt werden, um an die Balken und Rotunden heranzukommen. Und wegen des Durchgangs zum Neuen Rathaus ist eine aufwendige Gerüstkonstruktion nötig.

Arbeiter der Gerüstbaufirma Ebsen aus Schacht-Audorf errichten seit Montag ein 24 Meter hohes Fassadengerüst mit Traversen als Arbeitsbühne für die Handwerker. Baustart war an der Hofseite, in der kommenden Woche soll das Gerüst auch am Großflecken hochgezogen werden. Der Haupteingang bleibt unter einem Schutzdach zugänglich. Schon die Verankerung des Gerüstes am Gebäude ist eine Herausforderung. „Hier müssen Denkmalschutz und Arbeitsschutz auf einen Nenner kommen“, sagt Heitker.

Bis zum 24. März soll das Gerüst stehen, für die eigentliche Sanierung rechnet die Baubehörde mit einer Dauer von acht Wochen bis Ende Mai. Die Kosten (ohne Gerüst) schätzt Berthold Heitker auf 40 000 Euro.

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