zur Navigation springen

Forschungsergebnisse : Crash-Test: Quad-Fahrer haben keine Chance

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft: Risiko eines Unfalltodes sehr hoch / Forderungen nach Verbesserung

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 15:00 Uhr

Es ging alles sehr schnell: Mit über 50 „Sachen“ rauschte der Quad-Fahrer heran, schaffte die Kurve nicht und donnerte gegen die „Bäume“ am Fahrbahnrand. Durch den Aufprall flog der Fahrer durch die Luft, knallte gegen die Balken, das Quad überschlug sich – im Ernstfall wäre dieser Mensch schwer verletzt oder tot. Mit einem Dummy demonstrierte gestern der Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf dem Gelände des Dekra-Crashzentrums an der Rungestraße, wie gefährlich das Fahren mit den neumodischen Vierrad-Vehikeln ist und stellte die Ergebnisse einer neuen Studie vor.

„Das Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden, ist zehnmal höher mit einem Quad als mit einem Pkw“, sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Ursache sind die „störrischen“ Fahreigenschaften des Quads, das nicht mit Gewichtsverlagerung gelenkt werden kann, aber auch oft der Übermut der häufig jungen Fahrer, so Brockmann. Quads haben kein Differential, das in Kurven die außenliegenden Räder schneller rotieren lässt. Das Abkommen von der Fahrbahn ist laut UDV-Studie die häufigste Unfallursache. Außerdem kommen im schlimmsten Fall Quads, die mit unterschiedlichen Führerscheinen vom Mopedschein bis zur Klasse T für Zugmaschinen gefahren werden dürfen, auf bis zu 100 Stundenkilometer. „Kein Differential, hohe Lenkkräfte, kein Antiblockiersystem – das ist eine unheilige Allianz“, so Brockmann.

Deutschlandweit gibt es 2013 etwa 150 000 Quads; genaue Daten gibt es aber erst 2014. Die Studie basiert auf Zahlen aus Bayern, wo Quads bereits seit 2009 registriert werden. „Wir fordern, Differentiale einzubauen, die Fahrer einzuweisen und Quads nur in einem bestimmten Radius um den Zulassungsort fahren zu lassen“, so Brockmann. Denn neue EU-Regelungen greifen erst ab 2016/17.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen