Courierleser waren bei den Artisten zu Gast

Spaß hinter der Bühne: Die Artistin Deng Lu griff sofort zu Schminkutensilien, um Jürgen Diedrich   'auf den Auftritt vorzubereiten'.
Spaß hinter der Bühne: Die Artistin Deng Lu griff sofort zu Schminkutensilien, um Jürgen Diedrich "auf den Auftritt vorzubereiten".

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15. März 2012, 03:59 Uhr

Neumünster | Es war ein erlebnisreicher Abend für zehn Courierleser, die unmittelbar vor der Aufführung einen Rundgang hinter den Kulissen des Chinesischen Nationalzirkus gewonnen hatten. Jan-Niklas Hunger aus Boostedt bekam einen ganz praktischen Eindruck von der Arbeit der Artisten vermittelt, die am vergangenen Dienstag in der Stadthalle gastierten. Liu Wen Long, der seine vier Kilo schwere Vase in die Luft schleudert und mit den Kopf wieder auffängt, setzte sie dem Boostedter probeweise auf den Kopf. Sein Kommentar war eindeutig: "Mach schnell, die ist ganz schön schwer."

Viktor Rausch und Jürgen Diedrich drangen sogar in den Schminkraum der Damen vor. Artistin Deng Lu legte sofort Hand bei Jürgen Diedrich an. Der Ire David Mc Cracken, Tour- und technischer Leiter, nahm sich eine Stunde Zeit, um den Gästen Besonderheiten der chinesischen Zirkuskunst zu erläutern. Über 1000 Zirkusschulen gibt es in der Volksrepublik und von den 50 besten wählen sie ihre Talente aus. "Die Truppe besteht aus drei Generationen: die Lernenden so zwischen sechs und 16 Jahren, die Auftretenden bis zu 30 Jahren.Danach bleiben einige als Lehrende dabei. So geht die Zirkuskunst von Generation zu Generation", erklärte Mc Cracken. Leicht sei das Leben aber nicht. In fünf bis sechs Monaten absolvieren sie quer durch Europa 140 Auftritte, sechs mal in der Woche. Dazwischen gibt es nur Hotel, Auftritte, Training und Schule. Doch mit den Artisten sei "sehr leicht zu arbeiten. Sie haben alle eine ungeheure Disziplin und sind unkompliziert", hieß es.

Der Tourchef erzählte auch, dass die Artisten, die im Nationalzirkus weltweit auftreten "zu Hause richtige Stars" seien - etwa zu vergleichen mit Fußballprofis in Europa. "Nach 15 Jahren Tournee haben sie ausgesorgt", so Mc Cracken. "Dennoch ist es eine unheimliche Strapaze. Sie geben ihre Privatleben völlig auf", befand Heinz-Dieter Ackrutat. Ursula Rauschke aus Wasbek war wie andere beim Rundgang erstaunt, "wie spartanisch die Künstlergarderoben im Stadttheater eingerichtet sind". Nach dem Rundgang genossen die Couriergewinner die Show.

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