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Ausbildungsverbund : Coach hilft bei der Integration

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

AVN und Jobcenter setzen beim Projekt „Ausbildung und Arbeit für alle“ auf persönliche Begleitung junger Migranten.

von
erstellt am 07.Dez.2015 | 19:10 Uhr

Neumünster | Shkelzen (25) kam vor sieben Jahren allein aus dem Kosovo und beginnt morgen einen Alphabetisierungskurs. Aboulrazak (17) floh über die Balkanroute vor dem Bürgerkrieg in Syrien nach Deutschland, der junge Eritreer Habtgergish (18) wagte sich nach einer Odyssee durch die Sahara in einer Nussschale über das Mittelmeer.

Gemeinsam mit elf anderen jungen Erwachsen versuchen sie in ihrer neuen Heimat Neumünster Fuß zu fassen. Unterstützung gibt das Programm „Ausbildung und Arbeit für alle“, das der Ausbildungsverbund AVN gemeinsam mit dem Jobcenter im September gestartet hat. Die Teilnehmer sind nicht nur anerkannte Flüchtlinge oder Asylbewerber mit einem Aufenthaltstitel, sondern stammen auch aus der Türkei oder EU-Ländern wie Rumänien, Bulgarien, Ungarn oder Polen.

Ziel des mit 285  000 Euro für vier Jahre von der EU, dem Bund und dem Jobcenter geförderten Programms ist die Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit. „Am Anfang steht dabei der Spracherwerb“, erläuterte Thomas Börner vom AVN gestern einem prominenten Gast das Projekt. Neumünsters CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Philipp Murmann war Gast beim AVN an der Rintelenstraße.

Eine zentrale Rolle spielt die ganz individuelle Betreuung durch die drei Coaches Irene Dittrich, Stefan Gärtner und Thomas Dircks. „Ohne Begleitung gelingt die berufliche Integration nicht“, sagt Börner. Zum Stufenmodell gehört daher auch ganz praktische Hilfe und Beratung, und sei es nur, damit die Teilnehmer die Stromrechnung des Energieversorgers verstehen oder richtig auf Bescheide und Behördenbriefe reagieren. Bei der beruflichen Integration setzt Thomas Börner auf die gute Vernetzung mit den Betrieben vor Ort. Mit der Einstiegsqualifizierung und der beruflichen Erprobung in Betrieben soll im kommenden Jahr begonnen werden.

Viele Betriebe sind interessiert an den jungen, hochmotivierten Migranten. Aboulrazak lernte in nur sechs Monaten Deutsch und möchte nach weiteren Sprachkursen den Hauptschulabschluss machen und dann eine Elektrikerlehre beginnen. Arsema (19) lernt Deutsch an der Walther-Lehmkuhl-Schule und möchte Köchin werden, für Shkelzen ist Maler der Traumberuf. „Die Unternehmen sind offen für diese Menschen“, ist Thomas Börner überzeugt. Neumünsters Abgeordneter Philipp Murmann ist selbst Unternehmer und zeigte sich beeindruckt: „Das Coaching hat sich als Instrument bewährt.“

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