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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 13:51 Uhr

Krokamp : Chaos durch Falschparker

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor allem während der Nachtschicht stellen viele Mitarbeiter aus dem Industriegebiet ihre Fahrzeuge im absoluten Halteverbot ab.

Neumünster | Tagsüber ignorierten gestern etwa zehn Autos das Halteverbot am Krokamp. „Doch spätestens ab 23 Uhr wird es chaotisch. Dann parken hier bis zu 30 Pkw bis morgens alles zu. Lkw müssen im Begegnungsverkehr auf den Bürgersteig ausweichen“, sagt Peter Schönfelder. Der Pförtner beim DHL-Paketzentrum hat wegen der Zustände schon die Polizei alarmiert.

„Doch die Polizei fühlt sich nicht zuständig für den ruhenden Verkehr. Sie verwies auf die Stadt als Ordnungsbehörde, doch die ist nachts nicht aktiv“, so Schönfelder. Nur Schilder aufzustellen, reiche nicht. „Das muss auch überwacht werden“, fordert er. Die Stadt habe ihm vorgeschlagen, Fotos von den Falschparkern zu machen und Anzeige zu erstatten. „Doch so stiehlt sich die Stadt mit beiden Füßen aus der Verantwortung“, sagt Schönfelder.

Jörg Braatz ist Geschäftsführer von Voigt-Transport und hat die gleichen Erfahrungen gemacht. „Es sind immer die gleichen Autos, die da parken. Ich habe schon die Bußgeldstelle angerufen, die Polizei kümmert sich nicht“, sagt Braatz. Problemstrecke sei der Krokamp von der Ecke Weserstraße bis zur Lahnstraße. „Das ist hier die engste Straße mit dem größten Verkehrsaufkommen“, sagt Braatz und verweist auf die hier ansässigen Logistikbetriebe wie Voigt, DHL, aber auch das große Hagebau-Lager.

Weil die Oderstraße wegen der Straßenbauarbeiten beim neuen DOC-Parkhaus gesperrt ist, gilt seit dem 17. August im beschriebenen Abschnitt des Krokamps ein absolutes Halteverbot. „Das Halteverbot sollte auf Dauer eingerichtet werden und auch überwacht werden“, fordert Braatz. Er warte auf den Tag, an dem ein Busfahrer eine Vollbremsung machen müsse, weil es nicht passt, und sich jemand verletzt“, so Braatz.

Von den Voigt-Mitarbeitern parke niemand auf der Straße. Braatz: „Wir haben genügend Mitarbeiterparkplätze.“ Tagsüber geht es zurzeit, meint er: „Da gab es wohl einige Knöllchen.“

Hans-Christian von Hassell von der Polizeistation Wittorf kennt das leidige Problem. „Wir überwachen das, haben schon Verwarnungen ausgesprochen und werden das auch künftig tun“, sagt der Polizist.

Auch die Stadt will reagieren. Der städtische Überwachungsdienst werde auch in der Nacht die Lage vor Ort ermitteln und bei Ordnungswidrigkeiten auch handeln, erklärte Stadtsprecher Stephan Beitz. Zudem werde die Stadt die Polizei bitten, hier öfter Streife zu fahren. Und schließlich werde die Verkehrsbehörde mit der Polizeidirektion und dem Straßenbaulastträger prüfen, ob die vorläufig aufgestellten absoluten Halteverbote in endgültige Verbote umgewandelt werden können. 
 

 

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erstellt am 18.Sep.2015 | 06:30 Uhr

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